Energiekonzern

Steag plant neues Gaskraftwerk in Herne

So setzt sich der Strompreis zusammen FOTO: ddp

Herne. Kämmerer und Bürger dürfen sich freuen: Trotz der extrem niedrigen Börsenstrompreise plant der Energiekonzern Steag den Bau eines neuen Gaskraftwerks in Herne.

Die Anlage werde voraussichtlich einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten und per Kraft-Wärme-Kopplung neben Strom auch Wärme produzieren, sagte ein Steag-Vertreter am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Herne. Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) sagte, dies sei die "wahrscheinlich höchste Einzelinvestition in der Herner Wirtschaftsgeschichte". 400 bis 600 Mitarbeiter würden während der Bauzeit ab 2019 beschäftigt. Gut 80 Jobs entstünden dauerhaft.

Großprojekte mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden bisher mit staatlichen Zulagen gefördert. Die Förderung läuft aber aus. Anspruchsberechtigt sind nur noch Anlagen, die bis Ende 2022 im kommerziellen Dauerbetrieb sind. Branchenweit wird außerdem mit steigenden Börsenstrompreisen gerechnet, wenn bis 2022 die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet und zunehmend Steinkohlekraftwerke stillgelegt werden. Das Herner Kraftwerk soll rechtzeitig für die KWK-Förderung 2022 ans Netz gehen. Mit dem Projekt verbunden ist der Bau einer unterirdischen Gaspipeline.

(felt/lnw)

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