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Insolvente Fluggesellschaft
Entscheidung über Air Berlin soll am 21. September fallen

Entscheidung über Air Berlin soll am 21. September fallen
Jets mit dem Air Berlin-Logo (Archivbild). FOTO: rtr, AX/EMS/EB
Berlin. Einem Medienbericht zufolge entscheidet sich die Zukunft der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin in drei Wochen entscheiden. Der Gläubigerausschuss will demnach am 21. September entscheiden, welcher Bieter zum Zuge kommt.

Das berichtet "Der Spiegel". Air Berlin hatte Kaufinteressenten Zeit bis zum 15. September geben, ihre Angebote abzugeben. Die zweitgrößte deutsche Airline verhandelt mit dem Marktführer Lufthansa und weiteren Interssenten über den Verkauf von Unternehmensteilen. Als Interessenten gelten auch Condor, Easyjet und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl.

Utz Claassen angeblich an Air Berlin interessiert

Außerdem soll der ehemalige Energie-Topmanager Utz Claassen den Kauf der insolventen Air Berlin durchspielen. Claassen habe dem Air-Berlin-Sachverwalter mitgeteilt, dass er "hochpotente und hochseriöse internationale Investoren" angesprochen habe, die die Fluggesellschaft als Ganzes kaufen und sanieren wollten, berichtet der "Spiegel" am Freitag in einer Vorabmeldung. Bei Claassens Büro in Frankfurt war unmittelbar niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Bekannt ist Claassen vor allem als Geschäftsmann - für vier Jahre bis 2007 leitete er etwa den Energieversorger EnBW. Damit steigt das Interesse an einer Übernahme der zweitgrößten deutschen Fluglinie offenbar wieder.

Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etihad seine finanzielle Unterstützung aufgekündigt hatte.

Arbeitnehmervertreter kämpfen um eine Übernahme möglichst vieler der mehr als 8000 Beschäftigten durch den oder die jeweiligen Käufer. Am Montag gibt es dazu ein Treffen mit den Regierungschefs der Länder mit den beiden größten Air-Berlin-Standorten Berlin und Düsseldorf, dem Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Müller hatte das Treffen in dieser Woche angeregt, beide Politiker machen sich für die Lufthansa als Käufer stark.

"Wir wollen uns noch breiter aufstellen, damit sich die Bieter Gedanken machen", sagte der Vize-Chef des Gesamtbetriebsrats, Wolfgang Fleischer. "Slots sind schön und gut", sagte Fleischer mit Blick auf die begehrten Start- und Landerechte der Air Berlin. "Aber es muss sie auch einer bedienen."

Wie "Der Spiegel" erfahren hat, würde Easyjet möglicherweise auch Beschäftigte aus der Verwaltung und Technik übernehmen. Ihnen wurden bislang vergleichsweise geringe Chancen eingeräumt. Mit 1200 Kollegen sind nach Verdi-Angaben die meisten Verwaltungsmitarbeiter in der Berliner Zentrale beschäftigt. In der Technik arbeiten demnach in Berlin 700 Beschäftigte, in Düsseldorf 220.

Nach Informationen der "Börsenzeitung" soll der Ferienflieger Condor eine Komplettübernahme der Air Berlin zumindest prüfen. Allerdings ist die in Frankfurt beheimatete Airline des Touristikkonzerns Thomas Cook nur ein Drittel so groß wie die Air Berlin. Vor einigen Tagen hatte es in Konzernkreisen geheißen, dass man für eine kleinere zweistellige Zahl von Flugzeugen bieten wolle.

(felt/dpa)
 
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