Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke: Eon-Chef bestreitet Kungelei mit Regierung
zuletzt aktualisiert: 11.09.2010 - 21:14Frankfurt/Main (RPO). Der Chef des Atomkonzerns Eon, Johannes Teyssen, hat Vorwürfe der Kungelei beim Abschluss des Energiepakts mit der Bundesregierung zurückgewiesen. "Von Kungelei kann überhaupt keine Rede sein", sagte Teyssen in einem Interview.
"Alles ist öffentlich", sagte Teyssen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Opposition hatte zuvor scharfe Kritik an einer zunächst unveröffentlichten Vereinbarung geübt, in der sich die Atomkonzerne gegenüber der Bundesregierung mit weitreichenden Schutzklauseln abgesichert haben. So sollen hohe Nachrüstkosten für die Atomkraftwerke auf die geplante Öko-Energie-Abgabe angerechnet werden.
Teyssen betonte, es werde "unter keinen Umständen" Abstriche bei der Sicherheit geben. "Unabhängig davon darf man Kühe, die weiter Milch geben sollen, nicht schlachten", sagte er. Die Grenzen der Belastbarkeit der Industrie seien mit dem Kernernergie-Kompromiss erreicht, sagte der E.ON-Chef.
Der Staat werde in jedem Fall mehr als die Hälfte, zusammen mit der Kernbrennstoffsteuer sogar eher zwei Drittel der zusätzlichen Gewinne aus der Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke kassieren. Sollte der Strom teurer werden, verlange der Staat nochmals einen Nachschlag.
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