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Strengste Auflagen: E.on darf Endesa übernehmen

zuletzt aktualisiert: 28.07.2006 - 21:09

Madrid (rpo). E.on darf den Energieversorger Endesa übernehmen - allerdings nur unter strengen Auflagen der spanischen Energiebehörde. Ganze 19 Bedingungen soll der Konzern erfüllen. Unter anderem muss E.on die Energiebehörde über Investitionen unterrichten und die Versorgung Spaniens mit Gas garantieren. E.on schloss eine Klage nicht aus.

Die Energiebehörde nannte insgesamt 19 Punkte, die E.ON erfüllen muss. Neben der Abgabe von etwa 7.600 Megawatt der Erzeugungskapazität von Endesa in Spanien soll E.ON die Behörde regelmäßig über Investitionen bei Endesa informieren. Ferner muss E.ON die Versorgung Spaniens mit Gas garantieren.

E.ON kündigte an, nach Erhalt der Entscheidung die Auflagen im Einzelnen zu prüfen, "sieht jedoch für die bislang bekannten Auflagen keine Berechtigung und behält sich rechtliche Schritte ausdrücklich vor". Zugleich bekräftigte der Düsseldorfer Konzern, man sei davon überzeugt, dass Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre ebenso von der Transaktion profitierten wie die spanische Wirtschaft insgesamt.

Der Energiekonzern ringt seit Februar um die Übernahme von Endesa. Die Düsseldorfer bieten umgerechnet rund 27 Milliarden Euro und damit deutlich mehr als der spanische Konkurrent Gas Natural. Mit der Übernahme würde E.ON zum weltgrößten Energieversorger mit mindestens 50 Millionen Kunden und einem Umsatz von mehr als 75 Milliarden Euro aufsteigen und Zugang zu dem Markt in Lateinamerika erhalten, auf dem Endesa eine führende Position innehat. Zudem ist Endesa an der Medgaz Pipeline beteiligt, die Algerien mit Spanien verbinden soll.

Die spanische Regierung favorisiert allerdings eine Fusion innerhalb des Landes und hatte bereits grünes Licht für eine Übernahme von Endesa durch Gas Natural gegeben. Dagegen klagte Endesa, wodurch beide Gebote gestoppt wurden. Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte zuletzt die Regierungsgenehmigung ausgesetzt. Endesa hatte unter anderem argumentiert, die spanische Regierung habe die Genehmigung trotz der Bedenken der Kartellwächter in Spanien erteilt.

Grünes Licht für einen E.ON/Endesa-Deal hatte in der Vergangenheit bereits die EU-Kommission gegeben. Eine Übernahme würde den Wettbewerb nicht deutlich behindern, hatten die Kartellwächter erklärt und auch keine Auflagen gemacht. Zugleich hatte die EU der spanischen Regierung mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte sie versuchen, die Übernahme zu verhindern.

Quelle: afp

 
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