Kompromiss im Übernahmestreit: Eon gibt sich im Kampf um Endesa geschlagen
zuletzt aktualisiert: 02.04.2007 - 18:31Madrid (RPO). Der deutsche Energieversorger Eon zieht sein 42,3-Milliarden-Angebot für die spanische Endesa zurück, weil eine Übernahme nicht mehr möglich sei. Das Unternehmen habe mit den Endesa-Großaktionären Acciona und Enel bereits eine Vereinbarung getroffen, wie der spanische Konzern aufgeteilt werden soll, bestätigte Eon. Damit gibt sich der Energieversorger im Übernahmekampf geschlagen.
Da die konkurrierenden Bieter, der spanische Baukonzern Acciona und der italienische Energiekonzern Enel sich bereits 46 Prozent an Endesa zusammengekauft haben, werde das eigene Ziel, mehr als 50 Prozent zu erreichen vermutlich scheitern, gestand das Düsseldorfer Unternehmen am Montag in einer Börsenmitteilung ein. Eine Minderheitsposition bei Endesa werde Eon jedoch nichte akzeptieren, hieß es. Stattdessen schlossen die Deutschen mit den Spaniern und Italienern ein Abkommen.
Enel und Acciona verpflichten sich demnach, kurzfristig ein Übernahmeangebot für den spanischen Versorger Endesa abzugeben. Sofern Enel und Acciona die Kontrolle über Endesa erreichten, erhalte Eon als Ausgleich ein "umfangreiches Beteiligungspaket mit Aktivitäten in Spanien, Italien und Frankreich sowie weitere Aktivitäten in Polen und in der Türkei. Das Paket sei rund zehn Milliarden Euro wert.
"Der Eintritt von Acciona und Enel bei Endesa hat unser ursprüngliches Ziel, eine Mehrheit an Endesa zu übernehmen, unerreichbar gemacht", sagte der E.ON-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat. Der Erwerb einer Minderheit an Endesa hätte eine gegenseitige Blockade der Anteilseigner und unabsehbare Gerichtsverfahren zur Folge gehabt.
E.ON hatte zuletzt 42,3 Milliarden Euro für Endesa geboten. Erst in der vergangenen Woche hatte der Konzern seine Offerte zum dritten Mal angehoben. Es liegt nun bei 40 Euro pro Aktie. Die Annahmefrist für die Aktionäre wäre am Dienstag - in den USA am Freitag - ausgelaufen. Der Endesa-Verwaltungsrat hatte seinen Aktionären die Annahme des E.ON-Gebots empfohlen.
E.ON bemüht sich bereits seit über einem Jahr um den spanischen Versorger. Nachdem zuletzt Enel und Acciona die Pläne torpedierten, hatte zuvor vor allem die spanische Regierung das Vorhaben behindert. Sie hatte eine Fusion im eigenen Land bevorzugt. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen zwischen Spanien und der Europäischen Kommission, die einer Übernahme bereits grünes Licht erteilt hatte.
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