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Streit um Brennelementesteuer: Eon hält sich Klage weiter offen

zuletzt aktualisiert: 30.04.2011 - 13:46

Frankfurt (RPO). Der größte deutsche Stromkonzern Eon hält sich eine Klage gegen die geplante Brennelementesteuer weiter offen. "Es spricht manches für eine Klage", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen in einem Interview.

 Foto: rp Andreas Endermann
Foto: rp Andreas Endermann

Die erste Zahlung der Steuer auf atomare Brennelemente würde nach der Revisionspause für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld Ende Mai fällig. "Ich werde Ende Mai die Entscheidung treffen, die ich treffen muss", sagte Teyssen gegenüber der "Wirtschaftswoche". 

Auf eine Klage gegen das von der Bundesregierung nach der Atomkatastrophe in Japan verhängte Atommoratorium hat Eon verzichtet. Eine Klage gegen die Brennelementesteuer macht Teyssen davon abhängig, wie es nach Ablauf des Moratoriums weitergeht: "Vielleicht ist eine Klage auch nicht nötig", sagte er. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand die Brennelementesteuer noch verteidigen will, wenn es keine Laufzeitenverlängerung mehr gäbe." Signale dafür, dass die Brennelementesteuer abgeschafft wird, habe er aber bisher nicht.

"Abschalten machts AKWs nicht sicherer"

Das von der Bundesregierung angeordnete Atom-Moratorium habe "nur die gefühlte Sicherheit erhöht", sagte Teyssen weiter. "Durch Abschalten wird ein Kernkraftwerk nicht sicherer", sagte er. Das Abkühlen aller Brennelemente dauere fünf Jahre, so lange müssten die Elemente am Standort bleiben. Der Fall Japan zeige, dass eine stillstehende kerntechnische Anlage ein ebenso hohes Risiko berge wie eine im Betrieb befindliche: "Keiner der Meiler von Fukushima war am Netz, alle hatten sich mit dem ersten Beben abgeschaltet. Bei dreien waren die Kerne sogar komplett entladen." Teyssen warb für die Vorzüge der Kernkraft, die "vergleichsweise wenig Abfall" produziere: "Es ist gigantisch, was diese Technik leistet." Er wisse um die Gefahren und Risiken: "Der Einsatz ist hoch, und der Ertrag ist auch hoch."

Der Chef des großen Konkurrenten RWE, Jürgen Großmann, ging in der Zeitung "Welt am Sonntag" auf Distanz zur Kernkraft, mit der sein Unternehmen immerhin 20 Prozent seines Stroms erzeugt: "Ich selbst war ja nie ein Kernkraftjünger", sagte Großmann laut Vorabmeldung. Das sei eine Technologie mit Licht und Schatten. "Wenn wir jetzt alles über Bord werfen und zu früh ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen, riskieren wir, dass die Strompreise explodieren und die Versorgung nicht mehr gesichert ist."

Quelle: RTR/felt

 
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