Über zehn Prozent indirekt gesichert: Eon macht im Kampf um Endesa Boden gut
VON MARTIN KESSLER - zuletzt aktualisiert: 28.03.2007 - 07:37Düsseldorf/Madrid (RP). Im Bieterwettbewerb um den spanischen Stromversorger Endesa hat sich der Düsseldorfer Energieriese Eon schon deutlich über zehn Prozent der Anteile direkt und indirekt gesichert. Das erfuhr unsere Redaktion aus Verhandlungskreisen.
Als wichtigster Verbündeter der Deutschen gilt der bisherige Großaktionär Caja Madrid, die Sparkasse der spanischen Hauptstadt. Sie ist bereit, ihren Anteil von 9,9 Prozent Eon in einer Swap-Vereinbarung anzudienen. Danach könnten die Düsseldorfer nach Ablauf von zwei Jahren die Aktien von Caja Madrid übernehmen.
Ein direkter Verkauf würde derzeit Eon wenig nützen. Durch die Stimmrechtsbegrenzung auf zehn Prozent hätten die Düsseldorfer nach einer Übernahme der Endesa-Aktien keinen größeren Einfluss auf das Unternehmen. Deshalb wird Caja Madrid seine Anteile und Stimmrechte vorerst behalten.
Hinzu kommt, dass die Madrider Sparkasse zwei der 13 Verwaltungsratsmitglieder bei Endesa stellt. Kommt Eon mit seinem Angebot auf deutlich über zehn Prozent (wovon viele Beobachter ausgehen), dann können die Düsseldorfer ebenfalls Mitglieder in das Kontrollgremium von Endesa entsenden. Den Eon-Rivalen, dem italienischen Stromkonzern Enel und dem spanischen Bauriesen Acciona stehen trotz ihres Anteils von zusammen knapp 46 Prozent nach geltendem Übernahmerecht keine Sitze im Aufsichtsrat zu.
Nach Meinung der meisten Beobachter wird es Eon trotz der Unterstützung durch die spanische Bank nicht im ersten Anlauf gelingen, sich eine Mehrheit beim iberischen Marktführer zu sichern. Dazu fiel auch die Erhöhung des Angebots auf 40 Euro je Aktie (Kaufvolumen: 42,3Milliarden Euro) zu verhalten aus. Trotzdem wird der Energiekonzern seine Werbeanstrengungen in Spanien nochmals erhöhen.
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