kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
panorama eon e.on logo DDP
  Foto: ddp
Kommentare ()

Konzern will 11.000 Stellen abbauen: Eon-Vorstand will hohe Boni für 2011

VON A. HÖNING UND M. KESSLER - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012 - 07:07

Düsseldorf (RP). Der Präsidialausschuss des Eon-Aufsichtsrates will am Freitag die Vergütung des Vorstandes beraten. Vorstands- und Finanzchef haben demnach ihre Ziele überdurchschnittlich erfüllt. Konflikte mit den Gewerkschaften sind programmiert, denn Eon baut gerade 11.000 Stellen ab.

Mehr zum Thema

Der Eon-Vorstand, der im vergangenen Jahr einen harten Sparkurs eingeläutet hat, hofft für 2011 auf hohe Boni. Am Freitag kommt der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates zusammen, um die Vergütung des Vorstandes und insbesondere dessen Tantieme zu beraten, wie unsere Redaktion aus Konzernkreisen erfuhr. Dabei soll das Gremium besprechen, dass Eon-Chef Johannes Teyssen und Finanzchef Marcus Schenck ihre Ziele zu rund 150 Prozent erreicht haben.

Für Bernhard Reutersberg, der im Vorstand für den Konzernumbau und das Sparprogramm "Eon 2.0" zuständig ist, soll eine Zielerreichung von rund 120 Prozent debattiert werden. Für die drei weiteren Vorstandsmitglieder soll eine Zielerreichung von unter 100 Prozent festgestellt werden: Das sind Regine Stachelhaus (Personal), Klaus-Dieter Maubach (Forschung und Technologie) und Jörgen Kildahl (Erzeugung und Handel).

Sparprogramm "Eon 2.0"

Zu den Zielwerten wollte sich der Eon-Kommunikationschef nicht äußern. Er betonte: "Durch die Vergütungssystematik liegen die Vorstandsgehälter insgesamt niedriger als im Vorjahr. Dies liegt wesentlich an dem gesunkenen Aktienkurs. Über die genauen Werte insbesondere die individuellen Zielwerte entscheidet der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im März zusammen mit der Feststellung des Jahresabschlusses." Anschließend erfolge die Veröffentlichung.

Die Vergütung der Eon-Vorstände setzt sich aus der Grundvergütung, einer jährlichen Tantieme (Boni) und einer langfristigen variablen Vergütung zusammen. Die Tantieme für 2011 werden in diesem Jahr ausgezahlt. Die Höhe der Tantieme bemisst sich danach, inwieweit die Vorstände das Unternehmen zum Erfolg geführt und persönliche Ziele erreicht haben. "Bei 100-prozentiger Zielerfüllung entspricht die Tantieme der vertraglich vereinbarten Zieltantieme", heißt es im Geschäftsbericht von Eon. Wer wie etwa Johannes Teyssen eine höhere Zielerreichung bescheinigt bekommt, erhält entsprechend mehr als seine vertraglich vereinbarte Tantieme.

Für die Eon-Vorstände geht es damit bei der Präsidialsitzung am Freitag um viel Geld. Denn die erfolgsabhängigen Tantieme liegen in der Regel höher als das Grundgehalt. Im Jahr 2010, in dessen Verlauf Teyssen das Steuer bei Eon übernahm, erhielt er eine Grundvergütung von 1,08 Millionen Euro und Tantieme von 2,3 Millionen Euro. Zuzüglich weiterer Bestandteile kam Teyssen auf eine Gesamtvergütung von 4,2 Millionen Euro.

Widerstand der Arbeitnehmervertreter erwartet

Im Präsidialausschuss des Aufsichtsrates, der von Werner Wenning geführt wird, sitzen auch Arbeitnehmervertreter. Sie kennen die Vergütungspläne noch nicht – dürften aber wenig begeistert sein. Im August 2011 hatte Teyssen den Abbau von 11.000 der 80.000 Eon-Stellen weltweit angekündigt. Davon sollen allein in Deutschland 6000 Stellen wegfallen. Monatelang gab es daraufhin Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften. Ende Januar einigten sich Gewerkschaften und Konzern auf einen Tarifvertrag zur Umsetzung des Sparprogramms. Danach will Eon auf betriebsbedingte Kündigungen möglichst verzichten, hält aber am Stellenabbau und dem Ziel fest, die Kosten bis zum Jahr 2015 um 1,5 Milliarden Euro zu senken.

Am 13. März entscheidet der Aufsichtsrat endgültig über die Vergütung. Am 14. März legt der Düsseldorfer Energiekonzern seine Bilanz vor, in der sich auch die hohen Abschreibungen auf ausländische Töchter niederschlagen werden, die Eon im dritten Quartal vornehmen musste. Anhaltend schwierig ist auch das Gasgeschäft. "Tausende Arbeitnehmer müssen gehen, der Konzern muss Milliarden abschrieben. Es wäre ein schlechtes Signal, wenn der Vorstand sich in einer solchen Situation hohe Boni genehmigt", sagte ein führender Gewerkschafter.

Quelle: RP/sap/rm


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel (2)
Chef von E.On meint, der Steuerzahler soll den Armen helfen » lordmats heiterkeit! »
09.05.12 15:11 Uhr
Weiterlesen
Das Internet ist da II | Schönes Neues 1984 »
06.04.12 17:48 Uhr
Weiterlesen
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Pharmakonzern

Merck: 900 Stellen könnten wegfallen

Im Zuge des weitreichenden Umbaus bei Merck könnten in Deutschland fast zehn Prozent der Stellen ohne Kündigungen abgebaut werden. mehr 

Brasilianer wollen Thyssen-Werk nicht

Essener Stahlkonzern

Brasilianer wollen Thyssen-Werk nicht

Eine Vale-Sprecherin sagte, man wolle an keinem Stahlwerk die Mehrheit übernehmen. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Doering wird neuer FDP-Generalsekretaer

Vor schwarz-gelbem Koalitionsgipfel in Berlin

Selbstbewusste FDP stichelt gegen CSU

Die FDP gibt sich vor dem Koalitionsgipfel selbstbewusst. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte am Montag, das Regierungsbündnis habe gute Aussichten auf einen Wahlsieg im kommenden Jahr. mehr

 
Peter Altmaier

Treffen in Nettetal

Wirtschaftsminister beraten über Energiewende

Die Wirtschaftsminister von Bund und Ländern treffen sich ab Montag zu einer zweitägigen Konferenz an der niederländischen Grenze. mehr

 

Waffen-Deal mit Israel in der Kritik

Berlin verteidigt U-Boot-Lieferungen

 
 

Zentralrat der Juden

Bierhoff scharf attackiert

 

Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein

Der Vertrag für die Dänen-Ampel steht

 

Schiffe aus deutscher Produktion

Israel stationiert Atomwaffen auf U-Booten

 

Die Linke hat ihr Ende vor Augen

Selbst Gysi weiß nicht weiter

Strom-Rechner

kWh
vergleichen