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29,1 Milliarden Euro: Eon will spanischen Energieversorger Endesa übernehmen

zuletzt aktualisiert: 21.02.2006 - 11:33

Düsseldorf (rpo). Der deutsche Energiekonzern Eon will die spanische Endesa zu hundert Prozent übernehmen. Der Düsseldorfer Versorger bietet 29,1 Milliarden Euro für den spanischen Konkurrenten. Pro Aktie beläuft sich das Angebot auf über 27,50 Euro.

Der Milliardendeal wäre die größte Übernahme, die es jemals in der Stromwirtschaft gegeben hat, betonte E.ON-Chef Wulf Bernotat am Dienstag. Das neue Unternehmen würde mehr als 50 Millionen Kunden in über 30 Ländern mit Strom und Gas versorgen.

Bernotat betonte, es habe vor der Bekanntgabe des Übernahmeangebots am Dienstag bereits mehrere Treffen mit dem Management von Endesa gegeben. Dies seien in einer freundlichen Atmosphäre verlaufen. "Deshalb erwarten wir, dass die Reaktion des Endesa-Managements auf das Angebot ebenfalls freundlich sein wird." Auch die spanische Regierung sei in der Nacht zum Dienstag vom Unternehmen über die Kaufpläne informiert worden.

Probleme mit den Kartellwächtern erwartet E.ON bei der Übernahme nicht, da es kaum Überlappungen im Angebot der Unternehmen gibt. Durch den Milliardencoup würde E.ON nicht nur zum Marktführer im wachstumsstarken iberischen Stromgeschäft, sondern erhielte gleichzeitig starke Marktpositionen in wichtigen lateinamerikanischen Ländern, die zu den am schnellsten wachsenden Energiemärkten der Welt zählen. Denn die Endesa-Tochter Enersis ist mit 11 Millionen Kunden der größte Energieversorger Lateinamerikas. Außerdem verfügt der Konzern über Stromerzeugungskapazitäten in Italien und Frankreich, wo E.ON bislang kaum präsent ist.

E.ON-Aktie profitiert

"E.ON und Endesa passen strategisch hervorragend zusammen. Die Transaktion erschließt attraktive Wachstumschancen in den Endesa-Märkten und stärkt nachhaltig die Position von E.ON im zunehmend integrierten europäischen Markt", sagte Bernotat. E.ON werde künftig auf allen wichtigen europäischen Strom- und Gasmärkten eine führende Position einnehmen.

Der E.ON-Chef betonte, Endesa solle nach einer Übernahme nicht zerschlagen werden, sondern als spanisches Unternehmen mit Sitz in Madrid das Südeuropa- und Lateinamerika-Geschäft des Konzerns bündeln. Der neue Geschäftsbereich werde aus allen derzeitigen Aktivitäten von Endesa und dem bisherigen E.ON-Geschäft in Italien bestehen. Die neue Tochter werde der zweitgrößte Umsatzträger im E.ON-Konzern sein und den größten Einzelbeitrag zum Betriebsergebnis liefern.

Das Angebot von 27,50 Euro je Aktie in bar entspricht E.ON zufolge einem Aufschlag von 48,2 Prozent auf den letzten, nicht durch Übernahmespekulationen beeinflussten Endesa-Kurs vom 2. September vergangenen Jahres. Gegenüber dem Schlusskurs von Montagabend lag der Aufschlag allerdings nur bei 7,9 Prozent.

E.ON erwartet, dass die Transaktion bis Mitte 2006 abgeschlossen werden kann. Die Transaktion werde bereits im ersten vollen Jahr nach ihrem Abschluss den Ertrag des Konzerns steigern, betonte der Manager. Die E.ON-Aktie gewann nach Bekanntgabe der Übernahmepläne rund 2 Prozent.

E.ON versorgt bislang 30 Millionen Kunden in mehr als 20 Ländern mit Strom und Gas. In den vergangenen Jahren expandierte das Unternehmen vor allem in den USA, Großbritannien, Mittel- und Osteuropa sowie in Skandinavien. Endesa ist die Nummer eins auf Spaniens Strommarkt und beliefert 11 Millionen Strom- und 550.000 Gaskunden.

Quelle: afp

 
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