Gesamtbetriebsrat dementiert: Erlösung bei Opel ungewiss
zuletzt aktualisiert: 06.11.2004 - 12:38Frankfurt/Main (rpo). Eine "friedliche" Einigung bei Opel soll nach den bisherigen Gesprächen zwischen Betriebsrat und Management offenbar nicht möglich sein. Schon im November könnte es dann erneut zu Streiks in Bochum oder Rüsselsheim kommen. Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrates, Klaus Franz, bezeichnete Spekulationen über etwaige Warnstreiks als "an den Haaren herbeigezogen".
Die Verhandlungen bei Opel über ein Sparpaket und die Rettung der 10.000 bedrohten Arbeitsplätze ziehen sich hin. "Ich gehe davon aus, dass wir auf gar keinen Fall innerhalb der nächsten zwei Wochen fertig sein werden", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz der "Welt am Sonntag". Die "Frankfurter Rundschau" zitiert Gewerkschaftskreise, die mit einer Verschärfung des Konflikts rechnen und für November befristete Arbeitsniederlegungen nicht ausschließen.
Laut dem Bericht der "Frankfurter Rundschau" scheint nach den bisherigen Gesprächen zwischen Betriebsrat und Management eine "friedliche" Einigung nicht möglich zu sein. Proteste seien an allen drei Opel-Standorten in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern möglich, hieß es demnach aus Gewerkschaftskreisen.
Franz bezeichnete Spekulationen über etwaige Warnstreiks als "an den Haaren herbeigezogen". "Wir sind derzeit in intensiven Verhandlungen, und Spekulationen sind derzeit schädlich", sagte Franz.
Für den von den Arbeitnehmern angestrebten Zukunftsvertrag seien aber sowohl eine Einigung über die Arbeitszeiten als auch eine Entscheidung über den Produktionsstandort für den Bau der GM-Mittelklassefahrzeuge in Europa erforderlich, sagte Franz der "Welt am Sonntag". Demgegenüber hatte die Europa-Spitze des Mutterkonzerns General Motors (GM) betont, erst Anfang 2005 stehe fest, ob Rüsselsheim oder das schwedische Trollhättan (Saab) den Zuschlag erhalten wird.
Die Unterstützung der Bundesregierung hält Franz für ausreichend: "Wir stehen in engem Kontakt zu Herrn Clement, ein ganz hervorragender kurzer Draht." Das gelte auch für die Verbindung ins Kanzleramt.
Hoffnung nach VW-Einigung
Der bei Volkswagen erzielte und am Freitag von der Tarifkommission der IG Metall gebilligte Abschluss kommt den Arbeitnehmervertretern bei Opel trotz drohender Einkommenseinbußen bei den Verhandlungen um einen Zukunftsvertrag offensichtlich gelegen, wie die "Welt am Sonntag" aus Unternehmenskreisen erfuhr. Nachdem man sich bei Siemens, Mercedes, Ford und nun auch bei VW auf den Verzicht betriebsbedingter Kündigungen verständigt habe, sei es kaum vorstellbar, dass Opel ausscheren könne.
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