WestLB: Ermittlungen gegen Ex-Vorstandschef
zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 - 21:06 Düsseldorf (RP). Die WestLB kommt nicht zur Ruhe. Im Zusammenhang mit Spekulationsgeschäften aus dem Jahr 2007 ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen alle sieben damaligen Vorstände, wie Sprecher Johannes Mocken unserer Redaktion sagte.
Auch gegen Thomas Fischer, damals Chef der Bank, werde ermittelt ebenso wie gegen seine Kollegen Werner Taiber und Hans-Jürgen Niehaus, die noch heute im Vorstand der WestLB sitzen. Die übrigen verdächtigen Vorstände (Robert Stein, Klaus Geiger, Norbert Emmerich. Matthijs van den Adel) sind wie Fischer inzwischen aus der Bank ausgeschieden.
Insgesamt ermittelt die Justiz gegen 14 Personen frühere Mitarbeiter der WestLB, aber auch Mitarbeiter von Wertpapierhandelshäusern. „Wir ermitteln wegen des Verdachts der Untreue zu Lasten der Bank sowie wegen des Verdachts der Marktmanipulation”, so Mocken. Bei den Vorständen werde geprüft, ob sie gegen ihre Auskunftspflicht nach dem Aktiengesetz verstoßen und den Aufsichtsrat zu spät informiert haben.
Die WestLB hatte 2007 durch Spekulationen mit VW-Aktien rund 600 Millionen Euro verloren. Sie hatte darauf gewettet, dass die Stamm- und Vorzugsaktien sich angleichen, was sie nach dem Einstieg von Porsche bei VW aber nicht taten. Strafrechtlich wird die Sache relevant, wenn Mitarbeiter „marktmanipulative Handlungen” ausgeübt haben (sprich: den Kurs unzulässig beeinflusst haben), riskante Geschäfte verschleiert oder Informationspflichten verletzt haben.
Als die Sache aufgeflogen war, erstattete die Bank zunächst Strafanzeige gegen die beiden Aktienhändler Friedhelm B. und Markus B., die für die Geschäfte verantwortlich waren.
Die Staatsanwaltschaft geht unter anderem dem Verdacht nach, dass die beiden die riskanten Geschäfte verschleiert und den von der Bank gesetzten Risikorahmen überschritten haben, um ihre Boni nicht zu gefährden. Allein Markus B. soll über die Jahre Boni-Ansprüche von 4,7 Millionen Euro erworben haben.
Ein Sprecher der Bank erklärte am Montag: "Wir begrüßen und unterstützen die Arbeit der Staatsanwaltschaft."
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