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EADS-Insiderhandel: Ermittlungsverfahren gegen Daimler

zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 - 16:43

Paris (RPO). Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen Daimler wegen Insiderhandels beim Verkauf von Aktien des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS eingeleitet. Das Unternehmen soll laut Justizkreisen ebenso wie der französische Partner Lagardère 2005 und 2006 aufgrund interner Informationen EADS-Aktienpakete abgestoßen haben. Daimler bezeichnete den Vorgang als "höchst ungewöhnlich und schwer nachvollziehbar".

Daimler und Lagardère hatten in den Jahren, auf die sich die Vorwürfe beziehen, jeweils 7,5 Prozent ihrer EADS-Aktien verkauft. Zwei Monate später wurden Lieferprobleme beim Prestigeprojekt, dem Großraum-Flugzeug A380 bekannt, was zu einem massiven Kurssturz bei EADS führte. Gegen Lagardère, neben Daimler der zweite private Großaktionär von EADS, hatten die Untersuchungsrichter bereits im Januar ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Keine neuen Informationen

Den Konzernen wird vorgeworfen, nicht schnell genug über die Verzögerungen beim A380 informiert zu haben. Lagardère zufolge liegen den beiden Untersuchungsrichtern keine neuen Informationen gegen das Unternehmen vor. Die Ermittlungen könnten also schnell wieder eingestellt werden.

Die französische Börsenaufsicht AMF hatte die Vorwürfe ebenfalls untersucht und vor gut einem Jahr Daimler und Lagardère entlastet. "Die Entscheidung der AMF ist endgültig und kann nicht angefochten werden", bemerkte Daimler in seiner Stellungnahme. Alle 17 von den Ermittlungen betroffenen EADS-Manager sprach die AMF ebenfalls frei, gegen einige von ihnen laufen allerdings ebenfalls wieder Ermittlungsverfahren.

Verfahren gegen Enders?

Auch dem Chef der EADS-Tochter Airbus, Thomas Enders, könnte ein solches Verfahren drohen, falls sich für die Untersuchungsrichter der Verdacht des Insiderhandels erhärtet.

Laut Presseberichten will Daimler seine EADS-Anteile - 15 Prozent des Kapitals und 22,5 Prozent der Stimmrechte - ganz loswerden, um sich stärker auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Das würde die kompliziert austarierte Eigentümerstruktur zwischen deutscher und französischer Seite sprengen. Eine Lösung könnte darin liegen, dass der Bund die Daimler-Anteile aufkauft. Die Bundesregierung will in knapp zwei Wochen über die Zukunft von EADS beraten.

Quelle: AFP

 
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