VW-Affäre: Ermittlungsverfahren gegen Hartz eingeleitet
zuletzt aktualisiert: 07.10.2005 - 15:52Braunschweig (rpo). In der VW-Affäre um Schmiergeldzahlungen und Vergünstigungen richten sich die Ermittlungen nun auch gegen den ehemaligen Personalvorstand Peter Hartz. Gegen ihn bestehe der Anfangsverdacht der Untreue, wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Freitag mitteilte.
Rund vier Monate nach Bekanntwerden der VW-Korruptionsaffäre ist jetzt auch der frühere Personalvorstand des Autokonzerns, Peter Hartz, ins Visier der Justiz geraten. Wegen des Verdachts der Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Hartz, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Hartz war wenige Wochen nach Bekanntwerden der Affäre als VW-Vorstandsmitglied zurückgetreten und hat den Konzern mittlerweile verlassen.
Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, wurden auch Hartz' frühere Büros bei VW durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Damit erhöht sich der Kreis der Beschuldigten in der VW-Affäre, zu dem bereits der Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer, der früheren Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster und den zurückgetretenen Betriebsratschef Klaus Volkert zählen, auf vier Personen.
Hartz hatte vergangene Woche noch als Zeuge eine sechsstündige Aussage bei der Staatsanwaltschaft gemacht. Die Überprüfung der Äußerungen hat laut Staatsanwalt Klaus Ziehe "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür erbracht, dass Herr Hartz entgegen seinen Angaben Kenntnis von Art und Inhalt" der Spesenmachenschaften gehabt hat. Dieser Verdacht werde nun weiter geprüft. Auch Gebauer wurde zum ersten Mal vernommen. Dabei sei es vor allem um Spesen und Reisen gegangen, erklärte die Staatsanwaltschaft.
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