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Von Bonner Konferenz Signal für mehr Nachhaltigkeit erwartet: Erneuerbare Energien: Schröder und Trittin wollen Ausbau

zuletzt aktualisiert: 31.05.2004 - 20:06

Berlin (rpo). Am Dienstag wird in Bonn die internationale Konferenz für erneuerbare Energien eröffnet. Anlässlich dieser Versammlung haben  Bundeskanzler Gerhard Schröder und Umweltminister Jürgen Trittin zum Ausbau umweltverträglicher Energieträger aufgerufen.

Eine effiziente Energieversorgung könne weltweit auf Dauer nur gesichert werden, "wenn wir das Angebot an erneuerbarer Energie ausweiten und den Anteil dieser umwelt- und ressourcenschonenden Form der Energieerzeugung weltweit erhöhen", hob Schröder hervor. Trittin pochte zugleich auf "sehr konkrete" Absprachen für eine globale, nachhaltige Energieversorgung.

Rund zweitausend Delegierte aus mehr als hundert Ländern beraten in Bonn vier Tage lang über den weltweiten Ausbau erneuerbarer Energieträger. Zu der Konferenz "renewables 2004", die bis Freitag dauert, hatte Schröder die internationale Gemeinschaft im September 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg eingeladen. Mit einer "Deklaration von Bonn", einem Katalog mit konkreten Selbstverpflichtungen sowie Empfehlungen zur effizienten Förderung und Finanzierung sollen die Energieerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme und Biomasse weltweit vorangebracht werden. Rund eine Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern sollen damit erstmals Zugang zu Elektrizität erhalten. Die Konferenz wird am Dienstag von Trittin und Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) eröffnet.

Es gehe darum, den wachsenden Energieverbrauch nachhaltig zu gestalten und dabei auch verstärkt armen Menschen den Zugang zu bezahlbarer und umweltverträglicher Energie zu ermöglichen, schrieb Schröder in einem am Montag veröffentlichten Beitrag im Entwicklungsmagazin "e-velop" der Bundesregierung. Der Kanzler äußerte sich darin zuversichtlich, dass von der Bonner Tagung der entschiedene politische Wille der Staatengemeinschaft zum Ausbau umweltverträglicher Energieträger ausgehen werde: "Die Konferenz wird mit konkreten Maßnahmen und Verpflichtungen eine neue Dynamik bei der weltweiten Entwicklung der erneuerbaren Energien in Gang setzen." Dies werde einen entscheidenden Beitrag leisten für Armutsbekämpfung und Entwicklung, für Frieden und Sicherheit in der Welt.

Signal zur Halbierung der weltweiten Armut erwartet

Auch Trittin erwartet aus Bonn ein Signal zur Halbierung der weltweiten Armut durch den Zugang zu nachhaltiger Energieversorgung. Bei der Konferenz gehe es aber nicht nur um "Zusagen für bestimmte Projekte, für Partnerschaften, für Investitionen", sagte Trittin am Sonntag im Deutschlandfunk. Es gehe vielmehr auch darum, "dass diese Zusagen anschließend auch auf ihre Einhaltung begutachtet werden". Als geeignetes Gremium bezeichnete Trittin die Kommission für nachhaltige Entwicklung bei der UNO in New York. "Wir müssen sehr konkret werden", verlangte der Grünen-Politiker. Daher sei die Umsetzung des in Bonn zu verabschiedenden Aktionsprogramms von großer Bedeutung.

Zweifel äußerte Trittin an der Bereitschaft der Konferenzteilnehmer, eine neue Internationale Agentur für Erneuerbare Energien mit Sitz in Bonn zu schaffen. Zwar finde die Idee einer solchen Agentur auch die Unterstützung der Bundesregierung. Die Bereitschaft, eine neue internationale Organisation zu gründen, sei in "weiten Teilen der Welt" jedoch noch nicht vorhanden. Dafür gebe es in anderen Bereichen große Fortschritte. So werde derzeit bei der bestehenden Internationalen Energieagentur eine eigene Sektion für erneuerbare Energien gebildet. Auch dränge diese tradierte Organisation unter dem Eindruck steigender Ölpreise neuerdings ebenfalls auf mehr Energieeffizienz, Energieeinsparung und den Ausbau erneuerbarer Energien.


 
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