kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Arbeitgeber bleiben dennoch hart: Erster Streik auf deutschen Baustellen seit fünf Jahren

zuletzt aktualisiert: 18.06.2007 - 07:27

Hannover (RPO). Der letzte unbefristete Streik in der deutschen Baubranche liegt bereits fünf Jahre zurück. Jetzt ist es wieder so weit. Ab Montagmorgen legen die Arbeiter auf über 100 Baustellen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Arbeit nieder.

Nachdem sich fast 88 Prozent der norddeutschen Gewerkschaftsmitglieder bei der Urabstimmung für den Arbeitskampf entschieden hatten, beschloss der Vorstand der IG BAU am Sonntagabend in Hannover formell den Streik. Der Ausstand soll so lange dauern, bis die Bauhandwerk-Verbände in den beiden Ländern den vorliegenden Tarifvertrag unterschrieben hätten, erklärte die Gewerkschaft.

"Wir werden mit über 100 Baustellen am Montag den Arbeitskampf beginnen", sagte IG-BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel. Die Gewerkschaft hat Arbeitsniederlegungen in Hannover, Osnabrück, Hamburg, Braunschweig und Flensburg angekündigt. Mit einer Warnstreik-Welle hatte die IG BAU im Norden seit vergangener Woche eigenen Angaben zufolge knapp 500 Baustellen kurzzeitig lahm gelegt.

Die Gewerkschaft hatte sich am 31. März mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes auf ein Tarifergebnis geeinigt, das aber von den Arbeitgebern innerhalb der Zustimmungsfrist bis zum 4. Mai wieder gekippt wurde. Die darauf folgende Schlichtung mit dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement endete mit dem Schiedsspruch vom 19. Mai, den jedoch die Baugewerbeverbände Niedersachsen und Schleswig-Holstein innerhalb der Zustimmungsfrist zu Fall brachten. Danach sollten die 680.000 Beschäftigten ab 1. Juni 3,5 Prozent mehr Geld erhalten.

Der Baugewerbeverband Schleswig-Holstein kritisierte die geplanten Streiks und erklärte, das Schlichtungsergebnis sei viel zu hoch gewesen. Auch weitere regionale Verbände seien dieser Ansicht. Die Gewerkschaft habe unter anderem bei den Malern und Dachdeckern niedrigere Abschlüsse akzeptiert, deshalb müsse dies auch im Bauhandwerk möglich sein.

IG-BAU-Chef Wiesehügel warf den Arbeitgebern eine starre Verweigerungshaltung vor und erklärte, die Urabstimmung mache deutlich, wie erbost die Kollegen darüber seien. "Wir werden so lange streiken, bis wir auch ihre Unterschrift unter dem Schiedsspruch haben", drohte Wiesehügel.

Der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Dietmar Schäfers sagte, wenn die beiden Arbeitgeberverbände das Schlichtungsergebnis nicht annähmen, wäre "der Flächentarifvertrag in ganz Deutschland in Gefahr". Die Stimmung unter den Beschäftigten sei außerordentlich gut. "Sie wollen sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen", sagte Schäfers in Hannover.

Bundesweit 40.000 neue Stellen

62,7 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder im Handwerk der beiden Bundesländer hätten sich an der Abstimmung beteiligt. Die Gewerkschaft habe 9.800 Mitglieder in der Branche in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, insgesamt arbeiteten dort 34.000 Personen auf den Baustellen des Handwerks.

Schäfers sagte, im ersten Quartal 2007 seien bundesweit 40.000 neue Stellen auf dem Bau entstanden, davon allein 2.300 in Niedersachsen und 400 in Schleswig-Holstein. "Das ist ein Ausdruck dafür, dass die Bauwirtschaft anzieht."

Angesichts auch allgemein sprudelnder Unternehmensgewinne forderte der designierte stellvertretende SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier höhere Löhne für die Arbeitnehmer in Deutschland. Millionen Arbeitnehmer hätten zuvor Lohnsenkungen akzeptiert oder auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet. Nun hätten sie Anspruch auf ein größeres Stück vom Kuchen, sagte der Bundesaußenminister laut "Bild am Sonntag".

Quelle: ap

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Dax verliert im Mai mehr als sieben Prozent

Auch am Donnerstag im Minus

Dax verliert im Mai über sieben Prozent

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag von seinem Vortages-Kursrutsch nicht erholen können. mehr 

Ratingagentur senkt den Daumen

Fitch stuft acht spanische Regionen herab

Die US-Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von acht spanischen Regionen um teils ... mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Auch am Donnerstag im Minus

Dax verliert im Mai über sieben Prozent

Ratingagentur senkt den Daumen

Fitch stuft acht spanische Regionen herab

Europas größter Luftfahrtkonzern

Bei EADS beginnt die Ära Enders

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
237 Abgeordnete haben sich für 16. Wahlperiode eingefunden

237 Abgeordnete

NRW-Landtag konstituiert sich neu

In Nordrhein-Westfalen ist der neue Landtag zu seiner ersten Sitzung nach der Wahl zusammengekommen. mehr

 
Die Kombo zeigt einige KandidatInnen für den Parteivorsitz der Partei Die Linke: (oben von links) Katja Kipping, Katharina Schwabedissen und Bernd Riexinger. (unten von links) Dietmar Bartsch, Sabine Zimmermann und Dora Heyenn.

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Im Machtkampf der Linken hat die stellvertretende Parteivorsitzende Katja Kipping eine Doppelspitze mit Bernd Riexinger abgelehnt. mehr

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 

Nahostreise des Bundespräsidenten

Gauck fordert zu Friedensgesprächen auf

 
 

Klage gegen Bundesregierung

EU will Deutschland zum Wassersparen zwingen

 

Nach Selbstverbrennung in Lhasa

China startet Verhaftungswelle in Tibet

Strom-Rechner

kWh
vergleichen