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Krise bei HSH-Nordbank: Es gab frühzeitige Warnungen

zuletzt aktualisiert: 15.04.2009 - 11:47

Hamburg (RPO). Die Krise bei der HSH Nordbank hätte offenbar teilweise verhindert werden können. Angeblich gab es frühzeitig Warnungen über Probleme im Risikomanagement des Geldinstituts.

Der Chef der HSH Nordbank hat dem Aufsichtsratsvorsitzenden seinen Rücktritt angeboten.  Foto: AP, AP
Der Chef der HSH Nordbank hat dem Aufsichtsratsvorsitzenden seinen Rücktritt angeboten. Foto: AP, AP

Das berichtet das Magazin "Stern" unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der Landesbank von Schleswig-Holstein und Hamburg. Dem Risikoausschuss des Aufsichtsrates sei bereits am 7. April 2008 ein Papier präsentiert worden, das in ungewohnter Deutlichkeit interne Schwächen feststellte.

"Im Verlauf des vierten Quartals des Jahres 2007 haben unterschiedliche Prozessschwächen in dem Risikosteuerungsprozess für Kapitalmarktgeschäfte zu operationellen Schäden geführt", heißt es laut Magazin in dem Bericht.

Bei einem der Investmentgeschäfte seien zum Beispiel 96 Millionen Euro verloren gegangen. Der Bericht mache "nicht ausreichende Überwachungsinstrumente" sowie "die fehlerhafte Bewertungsmethode in den zentralen Instrumenten des Risikocontrollings" für den Verlust verantwortlich. Teile des Aufsichtsrats seien über diese Mängel bereits im Dezember 2007 informiert worden.

Zudem sei die Bank laut einem weiteren internen Gutachten aus dem Herbst 2007 weit von einem geplanten Börsengang entfernt gewesen, schreibt das Magazin.

Eine Unternehmensberatung attestierte dem für den Börsenauftritt zuständigen Personal der Bank nur "geringe Rechts- und Praxiskenntnis", Rechtssicherheit sei mehr ein "Zufallsprodukt". Laut Bank habe sich die Analyse jedoch allein mit den "wertpapierrechtlichen Publizitäts- und Verhaltenspflichten" befasst, nicht mit der generellen Börsenfähigkeit der Bank.

Im Geschäftsjahr 2007 hatte die HSH Nordbank mehr als eine Milliarde Euro auf ihre Finanzanlagen abgeschrieben. 2008 machte sie 2,8 Milliarden Euro Verlust. Die beiden Hauptanteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die Bank mit einer Finanzspritze über drei Milliarden Euro sowie Garantien über weitere zehn Milliarden Euro stützen.

Quelle: DDP

 
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