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Hauptstadtflughafen BER
"Es ist an der Zeit, über eine Abwicklung nachzudenken"

Berlin. Der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses, Martin Delius, hat dafür plädiert, beim Flughafengroßprojekt in Berlin die Reißleine zu ziehen. Unterdes wächst die Kritik an den Verantwortlichen Hartmut Mehdorn und Klaus Wowereit. Die Grünen forderten Wowereit zum Rücktritt auf.

"Herr Wowereit war in der Vergangenheit nicht der Richtige für den BER-Aufsichtsratsvorsitz, und er ist es auch für die Zukunft nicht", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter unserer Redaktion. Deshalb sollte Wowereit seinen Posten aufgeben.

In einer Sondersitzung befasste sich der Aufsichtsrat mit den Korruptionsvorwürfen gegen den bisherigen Technikchef Jochen Großmann. Er steht unter dem Verdacht, eine halbe Million Euro von einem Unternehmen verlangt zu haben, damit dieses den Zuschlag für eine Überplanung der Brandschutzanlage bekommt. Mehdorn wollte nicht ausschließen, dass bei den inzwischen angelaufenen Überprüfungen anderer Auftragsverfahren weitere Unregelmäßigkeiten entdeckt werden.

Bis Ende Juni will er einen Zwischenbericht vorlegen und auch die Frage beantworten, ob es wegen der Beurlaubung des Technikchefs und seines Teams zu weiteren Verzögerungen bei der Fertigstellung des Großprojektes komme. Es existiere ein präziser und tagesgenauer Zeitplan, der aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Immer noch will Mehdorn nicht bekannt geben, wann er eine neue Prognose für den Zeitpunkt der Eröffnung wagt. Die Rede ist davon, dass Berlin auch 2016 noch keinen neuen Großflughafen haben dürfte.

Der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses, Martin Delius, plädiert dafür, bei dem Flughafenbau die Reißleine zu ziehen. "Es ist an der Zeit, ernsthaft über eine Abwicklung des Projektes nachzudenken", sagte der Piraten-Politiker unserer Redaktion. Nachdem die Banken ihre Kreditzahlungen eingefroren hätten, sollte zumindest "das Bauprojekt aus der Flughafengesellschaft herausgelöst werden, um die beiden noch funktionierenden Flughäfen Tegel und Schönefeld zu schützen", forderte Delius.

(mar/may-)
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