Angeschlagene Reederei Hapag-Lloyd: EU-Kommission stellt Bürgschaft infrage
zuletzt aktualisiert: 27.01.2010 - 09:02Hamburg (RPO). Einem Medienbericht zufolge muss die angeschlagene Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd weiter auf die vom Bund und dem Land Hamburg erbetene Milliardenbürgschaft warten. Die EU-Wettbewerbskommission habe demnach Bedenken, die Kreditgarantie über 1,2 Milliarden Euro als "Kleinbeihilfe" zu genehmigen.
Über den Kredit hätte sich die Bundesregierung im Herbst mit der Generaldirektion des Verkehrskommissars Antonio Tajani verständigt, hieß es in der "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Informanten.
Mit dieser Art der Hilfe können EU-Mitgliedstaaten kleinen und mittleren Unternehmen in der Krise helfen. Die EU schreitet hier nicht ein, sofern die Gesellschaft vor der Krise gesund war und die Barzuwendung 500.000 Euro nicht übertrifft.
"Es wird jetzt wieder hinterfragt, wieso eine Milliardenbürgschaft an Hapag-Lloyd unter die Kleinbeihilfen fallen soll", zitierte das Blatt einen Beteiligten. Im Bundeswirtschaftsministerium habe es geheißen, man bemühe sich um eine rasche Lösung. Bereits seit dem Sommer werde um die Bürgschaft gerungen.
Hintergrund ist dem Bericht zufolge, dass die von Hapag-Lloyds Banken geforderte Kreditgarantie des Staates nicht ohne weiteres aus dem Bürgschaftsprogramm des Wirtschaftsfonds Deutschland gewährt werden könne. Die Staatsgarantien aus diesem Programm seien gedeckelt und dürften die Summe der Personalkosten des begünstigten Unternehmens nicht übersteigen.
Die von Hapag-Lloyd beantragten 1,2 Milliarden Euro übertreffen laut Zeitung aber die Ausgaben der Reederei für Löhne und Gehälter um mehr als das Zehnfache. Daher hätten sich Bundesregierung und Tajanis Beamte seinerzeit auf die Kleinbeihilfe geeinigt.
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