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Bonuszahlungen an Manager: EU-Kommission will die Gier nach Geld zügeln

zuletzt aktualisiert: 21.02.2009 - 14:49

Hamburg (RPO). Die EU-Kommission will schärfer gegen exzessive Bonuszahlungen an Manager vorgehen. Medienberichten zufolge will der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso "die Gier nach schnellen Gewinnen zügeln". Europa könnte die Chance nutzen, um weltweit geltende Maßstäbe zu setzen.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich für eine umfassende Reform der Finanzmärkte ausgesprochen.  Foto: AFP, AFP
Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich für eine umfassende Reform der Finanzmärkte ausgesprochen. Foto: AFP, AFP

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso kündigte am Samstag ein Konzept der EU-Kommission an, mit dem ausufernde Bonuszahlungen an Manager begrenzt werden sollen. Ein "erster Fahrplan" solle beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU am 1. März diskutiert werden, sagte Barroso dem "Hamburger Abendblatt". Details werde die Kommission "im April oder Mai" vorstellen.

"Es ist wirklich ein Skandal, was manchmal vor sich geht", sagte Barroso. "Exzessive Bonuszahlungen verleiteten Finanzmanager dazu, unvertretbare Risiken einzugehen. Die Folgen sehen wir jetzt in der Finanzkrise". Daher solle ein System geschaffen werden, das "die Gier nach schnellen Gewinnen zügelt und in dem Scheitern nicht belohnt wird", sagte der Kommissionspräsident. Die Europäer hätten die Möglichkeit, "Maßstäbe zu setzen für den Rest der Welt".

Barroso: "Scheitern nicht belohnen"

Vor dem Vorbereitungstreffen zum Weltfinanzgipfel der G20, das am Sonntag im Bundeskanzleramt stattfindet, forderte Barroso zudem "eine bessere globale Finanzmarktaufsicht" und entschlossenes Vorgehen gegen Protektionismus. Darüber hinaus appellierte er an die Mitgliedstaaten, den Anstieg der Arbeitslosigkeit mit finanziellen Hilfen für Unternehmen zu begrenzen. "Gesunde Firmen, die allein wegen der Wirtschaftskrise in Turbulenzen geraten, sollten Geld vom Staat bekommen, damit sie auf Jobabbau verzichten", sagte Barroso der Zeitung. "Das Geld könnte in die Weiterbildung jener Mitarbeiter fließen, für die es gegenwärtig weniger oder keine Arbeit gibt."

Der Präsident hießt das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung gut, mahnte Deutschland allerdings zur Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts. "Deutschland hat einen sehr wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der Krise geleistet", sagte er. "Aber es ist ebenso wichtig, einen Weg aus der Verschuldung zu finden." Barroso mahnte: "Wir dürfen keine kurzfristigen Maßnahmen ergreifen, die unvereinbar sind mit nachhaltigem Wirtschaften." Mittel- und langfristig müsse Haushaltskonsolidierung entsprechend den Vorgaben des Stabilitätspakts angestrebt werden.

Quelle: DDP

 
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