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Bekanntgabe in Brüssel: EU läutet Ende der WestLB ein

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 20.12.2011 - 09:17

Düsseldorf (RP). An diesem Dienstag soll Wettbewerbs-Kommissar Joaquin Almunia über die Pläne zur Aufspaltung der Bank entscheiden – einschließlich der Immobilienbank WestImmo, die wohl geschlossen wird. Ein Dauer-Streit geht langsam zu Ende.

Joaquin Almunia hat in der aktuellen Finanzkrise immer noch jede Menge Arbeit mit Europas Geldkonzernen. Die bayerischen Sparkassen will der Wettbewerbs-Kommissar der Europäischen Union dazu verpflichten, nachträglich einen Rettungsbeitrag für die BayernLB zu leisten, in Österreich hat er eine Volksbank im Visier, und wenn es um die Rekapitalisierung europäischer Geldhäuser geht, will er den Staaten den Einstieg erleichtern, indem sie im Falle eines notwendigen Einstiegs einen Abschlag auf den Kaufpreis bekommen sollen.

Alles schwierige Themen. Da scheint der Fall WestLB mittlerweile zu Almunias leichteren Aufgaben zu gehören – auch wenn der letzte Akt in Brüssel möglicherweise mit einem kleinen Paukenschlag eröffnet wird: Nachdem der Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank (WestImmo) an den Finanzinvestor Apollo gescheitert ist, könnte Almunia nun die Bank dazu zwingen, zum Jahreswechsel ihr Neugeschäft einzustellen.

Die WestImmo würde in den nächsten Jahren abgewickelt, und das geschähe dann in der "Bad Bank" EAA. Weitere 450 Arbeitnehmer, die bei einem Verkauf an Apollo einen neuen Arbeitgeber gefunden hätten, droht auf Dauer der Verlust ihres Jobs. Dass es gelingt, bis Mitte des nächsten Jahres doch noch einen Käufer für die WestImmo zu präsentieren, gilt als unwahrscheinlich.

SPM bräuchte mehr Kunden

400 Arbeitsplätze gehen in die künftige Verbundbank, die bei der Frankfurter Landesbank Helaba angesiedelt wird. Das ist alles, was von den derzeit noch etwa 4300 Stellen bei der einst großen WestLB auf Dauer sicher scheint. Denn auch die mehr als 3000 Jobs, die im ersten Schritt bei der Service- und Portfolio-Management-Bank (kurz SPM genannt) angesiedelt werden, dienen in großen Teilen vermutlich nur dazu, für einige Jahre Dienstleistungen für die Verbundbank, die EAA und vielleicht auch noch für die "Bad Bank" der Hypo Real Estate zu erbringen. Danach ist vermutlich für die meisten auch hier Schluss – wenn es nicht gelingt, noch zusätzliche externe Kunden zu finden, die den dauerhaften Weiterbetrieb der SPM mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten rechtfertigen würden.

EU-Kommissar Almunia läutet das Ende der Landesbank ein – nach einem jahrelangen Streit zwischen Brüssel auf der einen sowie Berlin und Düsseldorf auf der anderen Seite. Einem Streit, in dem viele Verantwortliche auf der deutschen Verhandlungsseite mehr als einmal das Gefühl hatten, sie büßten für die Fehler ihrer Vorgänger-Generationen.

Sie konnten sich mitunter des Eindrucks nicht erwehren, die Bürokraten in der EU wollten die WestLB, ja am liebsten das ganze deutsche Landesbanken-Lager abgeschafft sehen. Der Streit um das Vermögen der Wohnungsbauförderanstalt, ausgelöst durch eine Wettbewerbsbeschwerde der Privatbanken vor 17 Jahren, war der Start einer Dauer-Fehde, die bis heute dauert. Almunia ist am Ende so etwas wie der Vollstrecker eines Todesurteils, das insbesondere seine Vorgängerin, die Niederländerin Neelie Kroes, vehement gefordert hatte.

Noch hat die WestLB fünf Vorstandsmitglieder: Vorstandschef Dietrich Voigtländer, seinen Stellvertreter Hubert Beckmann, Klemens Breuer, Thomas Groß und Werner Taiber. Dass in einem halben Jahr nach der Auflösung der Bank noch einer von ihnen im Dunstkreis tätig sein wird, glaubt wohl kaum jemand.

Quelle: RP/pst/top


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