Höchster Stand seit 2001: Europäische Zentralbank erhöht Leitzins
zuletzt aktualisiert: 06.06.2007 - 14:15Frankfurt/Main (RPO). Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für den Euroraum auf 4,0 Prozent erhöht. Dies entspricht einer Anhebung um 25 Basispunkte. Damit erreicht der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, seinen höchsten Stand seit August 2001.
Analysten hatten den Zinsschritt vor der Ratssitzung erwartet. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass die Wirtschaft in der Eurozone anhaltend robust wachse. Marktbeobachter rechnen mehrheitlich mit einer weiteren Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte bis September. Ein zusätzlicher Schritt im letzten Jahresviertel gilt hingegen zurzeit noch als weniger wahrscheinlich.
Verbraucher profitieren von steigenden Leitzinsen durch eine steigende Verzinsung von Sparguthaben. Allerdings erfolgt das zumeist mit einer deutlichen Verzögerung. Darlehen und Kredite werden für Verbraucher dagegen teurer, und das meistens ohne zeitliche Verzögerung.
Der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert Rürup, zeigte Verständnis für die Anhebung. Von ihr gehe entgegen mancher Befürchtung "keine Gefährdung des Aufschwungs aus", sagte der Chef der Wirtschaftsweisen der "Westdeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe).
"Zur Zeit haben wir im Euro-Raum kein akutes Inflationsproblem", fügte Rürup in dem Blatt hinzu. Gefährlich würden weitere Zinserhöhungen nach Überzeugung Rürups erst dann sein, "wenn die USA in einer Rezession abgleiten und der Euro massiv aufwerten würde. Diese Gefahr schätze er allerdings als recht gering ein.
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