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Nach Börsengang
Tickethändler CTS Eventim nimmt Ausland ins Visier

Eventim nimmt Ausland ins Visier
Bremer Tickethändler CTS Eventim strebt weiteres Wachstum an. FOTO: dpa, cdt cul lof
Bremen . Innerhalb weniger Jahre hat sich der Bremer Tickethändler CTS Eventim zum europäischen Marktführer aufgeschwungen. Weiteres Wachstum strebt die gerade in den MDax aufgestiegene Aktiengesellschaft vor allem im Ausland an.

Europas größter Tickethändler, die Bremer CTS Eventim, nimmt verstärkt Märkte im Ausland ins Visier. Nach dem Aufstieg der Aktiengesellschaft in die Börsenliga der mittelgroßen Konzerne, die im MDax versammelt sind, sieht der europäische Marktführer vor allem in Lateinamerika und Russland große Chancen, wie Unternehmensgründer und Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg der Deutschen Presse-Agentur sagte.

CTS Eventim hat das Ticketing für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro übernommen. Der Verkauf sei vor wenigen Tagen erfolgreich angelaufen. "Das ist ein prestigeträchtiges Projekt im lateinamerikanischen Markt und wir werden in der zweiten Jahreshälfte mit einem normalen Ticketing in Brasilien anfangen", sagte Schulenberg. CTS Eventim prüfe derzeit auch weitere Entwicklungsmöglichkeiten in Lateinamerika.

In Europa sei Russland ein besonders interessanter Markt. "Da gibt es Herausforderungen, aber wir glauben an das enorme Potenzial." Sein Unternehmen habe gerade den Ticketingauftrag für die Formel 1 in Sotschi im Oktober bekommen. Für die Entwicklung der politischen Situation ist Schulenberg optimistisch. "Wir setzen auf ein langfristiges Miteinander."

CTS Eventim betreibt inzwischen auch Spielstätten, darunter die Waldbühne in Berlin und die Arena in Köln. Dem Unternehmen gehören mehrere Veranstaltungsagenturen. Schulenberg sieht darin Vorteile.
"Wir erreichen eine ganz andere Servicequalität als wenn die Leistung von unterschiedlichen Marktteilnehmern erbracht wird." Der Preis einer Eintrittskarte werde dabei weiterhin vom Künstler und nicht vom Veranstalter bestimmt.

Schulenberg ist davon überzeugt, dass neben dem weiter wachsenden Onlinehandel mit Eintrittskarten auch die klassische Vorverkaufsstelle eine Zukunft hat. "Wir müssen als Marktführer dort sein, wo unsere Kunden ihre Eintrittskarte kaufen wollen."

Beschwerden von Verbraucherschützern und Kunden über Gebühren etwa für selbst ausgedrückte Onlinetickets hält Schulenberg nicht für berechtigt. "Wir halten eine sehr aufwendige Software- und Serverstruktur vor, deren Kosten gedeckt werden müssen." Kosten entstünden auch, weil versucht werde, ausgedruckte Tickets zu kopieren. Deswegen müssten bei jeder Veranstaltung Serviceschalter aufgebaut werden.

Auch laufende Untersuchungen des Bundeskartellamtes sieht Schulenberg gelassen. Alle Fragen zum Markt des Ticketvertriebs, zu Veranstaltungen und zur Marktposition des Unternehmens seien vollständig und fristgerecht beantwortet worden. "Wir sind überzeugt, dass wir die rechtlichen Rahmenbedingungen in jeder Hinsicht eingehalten haben."

Als entscheidend für das rasche Wachstum von CTS-Eventim sieht der Unternehmensgründer, dass er das Potenzial des Online-Ticketing als erster erkannt und in diesem Bereich massiv investiert habe. Der Börsengang im Jahr 2000 sei die Voraussetzung gewesen, um in Technologie und Zukäufe zu investieren.

# Notizblock

## Internet - [Kurzporträt CTS Eventim auf der Fimenhomepage](http://dpaq.de/Mw2FM)

Die folgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung bestimmt

## Ansprechpartner - Alexander Baer, Pressesprecher für CTS Eventim, +4989 89 3563555

## Kontakte - Autor: Sönke Möhl (Bremen), + 49 421 3407615, <moehl.soenke@dpa.com> - Redaktion: Birthe Blechschmidt (Berlin), +49 30 2852-32242, <wirtschaft@dpa.com> - Foto: Newsdesk, +49 30 2852 31515, <foto@dpa.com>

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(dpa)
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