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Ex-Beluga-Chef verurteilt
Niels Stolberg muss ins Gefängnis

Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg muss ins Gefängnis
Der wegen mehrfachen Kreditbetruges zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilte Niels Stolberg im Saal des Landgerichts Bremen. FOTO: dpa, ass gfh
Bremen. Der frühere Chef der Bremer Reederei Beluga, Niels Stolberg, muss für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Bremer Landgericht befand ihn am Donnerstag in 18 Fällen des gemeinschaftlichen Kreditbetruges sowie auch der Untreue in besonders schwerem Falle schuldig.

Mit dem Urteil zerschlugen sich die Hoffnungen des 57-jährigen an Krebs erkrankten Stolbergs auf eine Bewährungsstrafe. Stolbergs Anwalt Bernd Groß bezeichnet die Strafe als viel zu hart. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Revision ist möglich; der Verteidiger wollte sich aber am Donnerstag noch nicht festlegen, ob sein Mandant von diesem Rechtsmittel Gebrauch macht.

Richterin Monika Schaefer begründete das Urteil unter anderem mit einem "erheblichen Maß an krimineller Energie", das Stolberg bei der Täuschung von Banken und Investoren gezeigt habe. Drei mitangeklagte Ex-Manager der 2011 in Insolvenz gegangenen Schwergutreederei wurden zu Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten sowie einem Jahr und sieben Monaten verurteilt. Bei Stolberg sei eine Bewährungsstrafe bis zu zwei Jahren nicht in Frage gekommen, so die Richterin: "Dafür war es einfach zu viel." Staatsanwältin Silke Noltensmeier hatte viereinhalb Jahre Haft gefordert.

Ein zentraler Punkt des Verfahrens war das Finanzierungsmodell, das der Reeder für den raschen Ausbau seiner Schiffsflotte nutzte. Mit fingierten Rechnungen und Scheinverträgen für mehr als ein Dutzend Schiffsneubauten hatte er Banken getäuscht und diese zu einer höheren Kreditvergabe in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe bewegt. Stolberg hatte dies als branchenübliche Praxis bezeichnet und betont, dass die Banken über das Modell Bescheid wussten. Dafür sah die Kammer keine Anhaltspunkte.

Die Richterin hielt Stolberg seine Kooperation zu Gute. "Sie haben sich trotz Ihrer Erkrankung dem Verfahren bis heute gestellt." Stolberg hatte von Beginn des Prozesses an klar gemacht, dass er für seine Fehler einstehen wolle. Vorige Woche räumte er in seinem letzten Wort ein, dass er schwere Fehler gemacht habe.

(felt/dpa)
 
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