Kürzere Werksferien wegen guter Auslastung: Ex-Conti-Chef soll in Opel-Beirat
zuletzt aktualisiert: 15.06.2009 - 18:01Berlin/Düsseldorf (RPO). Der frühere Vorstandschef des Autozulieferers Continental, Manfred Wennemer, wird Berichten der "Wirtschaftswoche" und der "Süddeutschen Zeitung"zufolge künftig die Opel-Treuhandgesellschaft kontrollieren. Der 61-Jährige soll demnach als Vertreter des Bundes in das offiziell als Beirat bezeichnete Gremium einziehen. Opel teilte unterdessen mit, wegen guter Auslastung in seinem Rüsselsheimer Stammwerk die diesjährigen Werksferien kürzen zu wollen.
Wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigte, läuft das neue Opel-Mittelklassemodell Insignia so gut, dass die Werksferien statt wie geplant am 20. Juli erst eine Woche später beginnen und von drei auf zwei Woche verkürzt werden. Zudem hätten sich Management und Betriebsrat darauf geeinigt, an den fünf kommenden Samstagen Sonderschichten zu fahren. Auch dürfen die abendlichen Spätschichten verlängert werden. "Die Sonderschichten belegen den großen Markterfolg des Insignia", sagte Opel-Chef Carl-Peter Forster.
Treuhandbeirat komplett
In Unternehmenskreisen wurde bestätigt, dass der bisherige Alleineigner General Motors den GM-Finanzchef für Europa, Enrico Digirolamo, sowie den für Produktplanung zuständigen GM-Vizepräsidenten John Smith in den Treuhandbeirat entsenden wird. Wie das hessische Wirtschaftsministerium am Montag berichtete, wird der Frankfurter Unternehmensberater und FDP-Politiker Dirk Pfeil als Vertreter der Länder mit Opel-Standorten in dem Gremium sitzen.
Den Vorsitz des fünfköpfigen Kontrollgremiums soll der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Europa, Fred Irwin, übernehmen. Die Opel-Kontrolleure sollen unter anderem über die sachgemäße Verwendung der staatlichen Mittel von insgesamt 1,5 Milliarden Euro wachen, die als Brückenfinanzierung für den Autobauer zur Verfügung gestellt werden.
Verheugen sieht Russen als Gewinner
EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat sich unterdessen skeptisch über die geplante Opel-Rettung geäußert. Nach den aktuellen Plänen zeichne sich ab, dass jeweils 35 Prozent von Opel künftig von der US-amerikanischen und der russischen Regierung kontrolliert würden, sagte Verheugen der "Welt". Wesentliche Entscheidungen bei Opel dürften damit nicht mehr ohne Zustimmung der Regierungen in Moskau und Washington gefällt werden.
Gewinner der Opel-Rettung seien voraussichtlich die Russen, sagte Verheugen. Sie erhielten Zugang zu modernster Technologie und könnten so eine starke eigene Autoindustrie aufbauen. Der EU-Kommissar kündigte eine gründliche Prüfung des Konzeptes an. Dabei gehe es auch um die Frage, "ob die gewählte Konstruktion auf Dauer wirklich die Gewähr bietet, dass das Unternehmen langfristig am Markt überlebens- und wettbewerbsfähig ist."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
