Jahrzehntelange Haft droht: Ex-Enron-Chefs schuldig gesprochen
zuletzt aktualisiert: 25.05.2006 - 18:22Houston (rpo). Der gigantische Skandal um den amerikanischen Energiekonzern Enron kommt zum Abschluss: Eine Geschworenenjury sprach Firmenchef Jeffrey Skilling wegen Verschwörung schuldig. Ebenso erging es dem Gründer des Konzerns, Kenneth Lay. Beiden drohen nun jahrzentelange Haft und Geldstrafen in Millionenhöhe.
Der Enron-Konzern war Ende 2001 in einem gigantischen Bilanzfälschungsskandal untergegangen. Skilling und Lay mussten sich vor dem Gericht in Houston, Texas, unter anderem wegen Betrugs und Verschwörung verantworten. Beide hatten sich zu Beginn des Prozesses für nicht schuldig im Sinne der Anklage erklärt.
Die Konzernmanager sollen Scheingeschäfte getätigt haben, so dass in den Geschäftsbüchern ein höherer Konzerngewinn ausgewiesen wurde, als tatsächlich angefallen war. Das Energieunternehmen, das einst zu den zehn größten Konzernen der USA zählte und weltweit 20.000 Mitarbeiter beschäftigte, musste Insolvenz anmelden, nachdem seine Übernahme durch den Konkurrenten Dynegy Ende 2001 gescheitert war. Es war eine der größten Pleiten in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte, Tausende wurden arbeitslos, die Wall Street musste Milliardenverluste an Vermögenswerten verbuchen.
Dem 52-jährigen Skilling und dem 63-jährigen Lay drohen nun nach dem Schuldspruch jahrzehntelange Haft und Millionen Dollar an Geldstrafen.
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