Schadenersatzklage: Ex-Siemens-Chef Pierer strebt Einigung mit Konzern an
zuletzt aktualisiert: 26.09.2009 - 08:20Berlin (RPO). Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer will sich außergerichtlich mit dem Konzern einigen. Er sei "weiterhin zu einer konstruktiven Lösung" bereit, sagte Pierer dem "Tagesspiegel". Details nannte er nicht. Siemens fordert von ihm sechs Millionen Euro Schadenersatz für die Folgen der Korruptionsaffäre.
Sollte er sich nicht bis Mitte November darauf einlassen, droht ihm eine Klage. Siemens beziffert den Gesamtschaden auf 2,5 Milliarden Euro. Neben Pierer fordert der Konzern von sechs weiteren Vorständen Schadenersatz.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete dagegen am Freitag unter Berufung auf Vertraute von Pierer vorab, dass mehrere der Ex-Manager es auf einen Prozess ankommen ließen und sich auf die Schadenersatzklage vorbereiteten. Er halte die von Siemens geforderte Summe von sechs Millionen Euro für völlig willkürlich, berichtete das Nachrichtenmagazin am Freitag und berief sich dabei auf Vertraute Pierers.
Siemens wirft Pierer als langjährigem Vorstands- und späteren Aufsichtsratschef vor, während seiner Amtszeit die Geschäfte des Unternehmens nicht genau genug kontrolliert zu haben. Dadurch seien die weltweiten Schmiergeldzahlungen zahlreicher Konzernsparten für lukrative Aufträge möglich geworden. Pierer weist das zurück. Unter von Pierer und seinem Nachfolger Klaus Kleinfeld hatte es bei Siemens ein System schwarzer Kassen gegeben, mit dem sich Sparten des Unternehmens in zahlreichen Ländern der Welt lukrative Aufträge sichern wollten.
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