Bericht: Kleinfeld und Pierer unter Verdacht: Ex-Siemens-Chefs im Visier der US-Börsenaufsicht
zuletzt aktualisiert: 22.08.2009 - 11:59Düsseldorf (RPO). Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt offenbar gegen den früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Das berichtete eine Zeitung die am Samstag unter Berufung auf eine mit dem Fall betraute US-Kanzlei. Zudem seien Ermittlungen der Aufsichtsbehörde gegen Kleinfelds Vorgänger Heinrich von Pierer und den langjährigen Siemens-Finanzchef Joachim Neubürger in Vorbereitung.
Kleinfeld werde vorgeworfen, für die Geschäftsjahre 2005 und 2006 der US-Behörde eine "korruptionsbeeinflusste Bilanz" vorgelegt zu haben, führt die "Wirtschaftswoche" aus. Als in den USA lebender Chef des dort börsennotierten Aluminiumunternehmens Alcoa sei er im Einflussbereich der SEC.
Unterdessen deutet sich im Fall der Schadenersatzforderungen, die der heutige Siemens-Aufsichtsrat gegen die früheren Vorstände erhebt, ein längerer Poker an. Während die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat laut einem Mitglied des Gremiums für möglichst hohe Forderungen an Pierer und Kleinfeld seien, wolle die Kapitalseite ihnen lediglich einen symbolischen Schadenersatz abverlangen.
Schadenersatz muss abgesegnet werden
Eine Einigung auf eine Schadenersatzsumme muss von der Siemens-Hauptversammlung im Januar 2010 bewilligt werden. Hält dabei nur jeder zehnte Aktionär die Summe für unzureichend, "muss mit den Betroffenen neu verhandelt werden", sagte ein Siemens-Aufsichtsrat laut dem Magazin.
Daher starte in den kommenden Wochen eine Roadshow mit Vorständen und Aufsichtsräten zu US-Fonds mit Siemens-Anteilen, um sie davon zu überzeugen, dass den Betroffenen nicht "das letzte Hemd ausgezogen wird", sagt ein Aufsichtsrat der "Wirtschaftswoche".
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