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Krisenfolge: Experten erwarten Inflation von fünf Prozent

zuletzt aktualisiert: 03.05.2010 - 06:45

Erfurt/Peking (RPO). Als Folge von Bankenkrise, Staatsverschuldung und Kreditzusage an Griechenland sehen Wirtschaftsexperten und Banker eine Inflationsrate von bis zu fünf Prozent auf Deutschland zukommen. Derzeit liegt die Quote bei einem Prozent.

"Wenn die deutsche Wirtschaft wieder in Gang kommt, müssen wir in den nächsten fünf Jahren mit drei bis fünf Prozent Teuerung rechnen", sagte Anlagespezialist Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank in Frankfurt der in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeine". Die hohe Staatsverschuldung lasse sich nur durch Inflation gegenfinanzieren.

In dem Maße, wie die Wirtschaft wieder "brummt", werde langsam Kapital von den Geldmärkten zurückgezogen. Im Gegenzug werde dann eine schrittweise Erhöhung der Leitzinsen auf zwei Prozent erwartet, so die Commerzbank. Die Landesbank Hessen Thüringen (Helaba) sieht den Zeitpunkt für eine erste Zinserhöhung derzeit zwar noch nicht gekommen, erwartet diesen Schritt der Zentralbanken aber ab September dieses Jahres.

Auch der Freiburger Finanzexperte Bernd Raffelhüschen geht von einem Anstieg der Teuerung auf bis zu fünf Prozent in den nächsten Jahren aus. Angesichts der extrem hohen deutschen Staatsverschuldung bleibe kein anderer Weg, sagte Raffelhüschen.

Peking verschärft Kampf gegen Inflation

Auch China bereitet sich im Nachgang der Finanzkrise auf den Kampf gegen die Inflation vor. Die chinesische Zentralbank erhöhte die vorgeschriebenen Mindestreserven für Banken. Für größere Institute wurde der Anteil um einen halben Punkt auf 17 Prozent erhöht, für kleinere Banken auf 14 Prozent. Eine Begründung für die Entscheidung wurde nicht mitgeteilt. Analysten vermuten, dass die Zentralbank damit die Geldmenge begrenzen will, ohne die Zinsen zu erhöhen. Ein derartiger Schritt könnte die wirtschaftliche Erholung des Landes bremsen.

Die neue Vorschrift gilt ab 10. Mai. Es ist in diesem Jahr bereits das dritte Mal, dass die Mindestreserve für Banken angehoben wurde. An den Börsen reagierten Anleger mit Verkäufen: Die Leitindizes in Hong Kong und Südkorea waren beide um mehr als ein Prozent im Minus.

Quelle: DDP/sdr

 
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