Europäische Zentralbank: EZB entzieht Geldmarkt 60 Milliarden Euro
zuletzt aktualisiert: 11.09.2007 - 12:46Frankfurt/Main (RPO). Als Reaktion auf die anhaltende Krise am Markt für US-Hypothekenkredite hat die Europäische Zentralbank dem Geldmarkt 60 Milliarden Euro entzogen. Zuletzt hatte die EZB immer wieder Gelder in Miliardenhöhe in den Markt gepumpt.
Wie die Zentralbank in Frankfurt am Main mitteilte, boten im Rahmen eines sogenannten Schnelltenders - mit dem Liquiditätsungleichgewichte ausgeglichen werden - 37 Institute insgesamt 66,39 Milliarden Euro zu einem Festzinssatz von 4,00 Prozent an. Davon wurden wie beabsichtigt 60 Milliarden Euro bedient. Die EZB hatte bei ihrer jüngsten Liquiditätsschätzung ein Ungleichgewicht in genau dieser Höhe erwartet.
Zuletzt hatte die EZB sich entgegengesetzt verhalten: Um die Liquidität am Geldmarkt zu sichern, hatte die Bank mehrmals Milliarden-Euro-Summen zugeführt.
Hintergrund ist die Krise am Markt für US-Hypothekenkredite mit schlechter Bonität. Da sich viele Geldhäuser angesichts der ungewissen Auswirkungen mit Geld eingedeckt hatten, um bei einer Ausweitung der Kreditkrise genügend flüssige Mittel zur Verfügung zu haben, war es auf dem Geldmarkt zu Engpässen gekommen. Auch die weltweiten Aktienmärkte wurden in Mitleidenschaft gezogen und hatten deutlich nachgegeben.
Um die international wachsenden Liquiditätsprobleme in den Griff zu bekommen, hatten neben der EZB auch die US-Notenbank Fed und mehrere asiatische Notenbanken dem Markt Milliarden-Summen zugeführt.
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