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Interview mit Philipp Rösler
"Finanzielle Hilfe der Regierung gibt es nicht"

Dezember 2012: Opel-Belegschaftsversammlung in Bochum
Dezember 2012: Opel-Belegschaftsversammlung in Bochum FOTO: dpa, Caroline Seidel
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat den Opel-Mutterkonzern im Zusammenhang mit dem Aus für den Standort Bochum gravierende Managementfehler vorgeworfen und finanzielle Hilfen des Bundes abgelehnt. Von Michael Bröcker

Der Mutterkonzern General Motors müsse sich fragen lassen, ob er in der Vergangenheit alles Notwendige getan habe, um das Aus für den Standort zu verhindern, sagte Rösler unserer Redaktion.

Staatliche Hilfen lehnte der FDP-Politiker ab. "Politik kann dabei helfen, die richtigen Rahmenbedingungen für ein investitionsfreundliches Klima zu schaffen. Eine finanzielle Hilfe der Bundesregierung wird es allerdings nicht geben." Das Interview: 

Wie bewerten Sie das Aus für den Opel-Standort Bochum?

Rösler: Die Entscheidung ist sehr bedauerlich für die Beschäftigten, ihre Familien und für den Industriestandort Bochum. Den Ärger und die Verbitterung der Mitarbeiter kann ich gut nachvollziehen. Vor allem der Mutterkonzern General Motors muss sich fragen lassen, ob er in der Vergangenheit alles Notwendige getan haben, um das Aus zu verhindern. So war es ein Fehler, dass Opel nur in sehr geringem Umfang Autos im wichtigen Wachstumsmarkt China verkaufen durfte. Jetzt geht es darum, den Blick nach vorne zu richten. Ich erwarte von Opel, dass das Unternehmen seiner Verantwortung gerecht wird und hilft, die Folgen der Werksschließung für die Beschäftigten abzumildern.

Was kann die Politik tun?

Rösler: Bochum braucht eine Zukunftsperspektive durch Neuansiedlungen und Investitionen. Hier sind zuallererst das Land und die Stadt gefragt, denn sie kennen die Verhältnisse vor Ort am besten. Politik kann auch dabei helfen, die richtigen Rahmenbedingungen für ein investitionsfreundliches Klima zu schaffen. Eine finanzielle Hilfe der Bundesregierung wird es allerdings nicht geben, weil diese die unternehmerischen Probleme in der Regel auf Dauer nicht beheben kann.

3000 Jobs sind in Gefahr. Das kann Sie doch nicht kalt lassen?

Rösler: Das lässt mich auch nicht kalt. Im Gegenteil: Ich bin sauer, gerade weil das Unternehmen Fehler gemacht hat, auch beim Umgang mit den Mitarbeitern in der Vergangenheit. Die Arbeitsagenturen werden alles tun, um den Beschäftigten mit ihren Kontakten und Erfahrungen zu helfen. Qualifizierte Fachkräfte sind bisher und werden auch künftig gefragt sein.

Quelle: RP
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