Institute senken Prognosen: Finanzkrise bremst Konjunktur
zuletzt aktualisiert: 19.03.2008 - 08:41Düsseldorf (RP). Die Turbulenzen auf dem US-Finanzmarkt bremsen die deutsche Wirtschaft. Mehrere Institute korrigierten am Dienstag ihre Wachstumsprognosen nach unten.
So geht das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur noch um 1,5 Prozent steigen wird. Im Dezember hatte die Prognose bei 1,7 Prozent gelegen. Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sieht das Wachstum sogar bei nur noch 1,3 Prozent. Bislang waren die Forscher von 1,5 Prozent ausgegangen. Diesen Wert sagen sie nun für 2009 voraus.
Weniger pessimistisch zeigte sich das Essener RWI, das bei seiner Prognose von 1,7 Prozent blieb, allerdings auch einen Jobverlust in der Industrie prognostizierte. Die Forscher des Münchener Ifo-Instituts sahen für ihre kürzlich abgegebene Prognose über 1,6 Prozent keinen Korrekturbedarf.
Auch von der Notwendigkeit eines staatlichen Eingriffs sei man weit entfernt. Diese bestehe „zum gegenwärtigen Zeitpunkt definitiv nicht“, sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. Auch die Europäische Zentralbank warnte vor allzu großem Konjunkturpessimismus: „Der Umfang, in dem das Wachstum in der Euro-Zone nachlässt, ist nicht mit dem in anderen Wirtschaftsräumen vergleichbar“, relativierte EZB-Ratsmitglied Yves Mersch.
Ungeachtet der trüberen Konjunkturaussichten setzt sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt aber fort. Die Zahl der Arbeitslosen werde bis 2009 unter die Marke von drei Millionen fallen, erwartet das RWI. Der Außenhandel werde die Wirtschaft erneut anschieben, auch wenn die Exporte langsamer wachsen dürften als zuletzt, so das IMK.
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