Bundesbank-Chef Axel Weber: "Finanzkrise ist noch nicht abgehakt"
zuletzt aktualisiert: 08.09.2009 - 18:07Frankfurt (RPO). Bundesbank-Präsident Axel Weber hat die Bankenbranche davor gewarnt, nach der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise vorschnell zur Tagesordnung überzugehen. Es könne und dürfe nicht sein, dass die Krise folgenlos bleibe, da sie zu viel Schaden angerichtet habe.
"Die deutliche Erholung an den Finanzmärkten birgt die Gefahr wachsender Selbstzufriedenheit, mit der Folge, dass notwendige Veränderungen von Regeln und Verhaltensweisen ausbleiben. Dies wäre aber fatal", sagte Weber am Dienstag auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt.
Notenbanken und Regulierer hatten am Wochenende striktere Regeln für die Branche formuliert, die in die Beratungen und Beschlüsse des Weltfinanzgipfel auf G20-Ebene Ende des Monats in den USA eingehen sollen. "Zwar sind seit Ausbruch der Finanzmarktturbulenzen weitreichende Schritte zur Festigung der Finanzsystemstabilität unternommen worden. Aber es gibt auch noch einiges zu tun, um das internationale Finanzsystem auch für die Zukunft krisenresistenter zu machen, zum Beispiel im Bereich der Eigenmittelanforderungen", sagte der Bundesbank-Präsident.
Die Finanzkreise seien ein Jahr nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers noch keineswegs wieder gesund genug, als dass die Notenbanken ihre Unterstützung wieder zurücknehmen könnten, sagte Weber. Er erwarte weitere Belastungen der Institute, da in der Rezession mehr Kredite ausfielen als zu normalen Zeiten.
Dies werde die Banken in den kommenden Monaten weiter zu schaffen machen. Hinzu kämen die absehbar steigende Arbeitslosigkeit und die zunehmende Zahl von Insolvenzen. "So gesehen rechne ich zwar nicht mit einer zweiten Welle der Finanzkrise, zumal die Banken ihre Risikovorsorge verstärkt haben, merkliche Nachwehen sind jedoch zu erwarten", sagte Weber.
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