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Verseuchte Lebensmittel
Die traurige Wahrheit im Eier-Skandal

Fipronil: Die traurige Wahrheit im Eier-Skandal
Eine Million Eier aus einer Geflügelfarm müssen in Onstwedde in den Niederlanden zerstört. FOTO: dpa, sab
Meinung | Düsseldorf. Würde man die Argumentation auf die Spitze treiben, könnte man behaupten, der Verbraucher trage eine Mitschuld am Skandal um verseuchte Eier. Das Ei ist zum globalen Produkt geworden, das quer über den Kontinent verkauft wird und kaum kontrollierbar scheint. Von Georg Winters

Würde er nicht so viel davon essen, wäre die Nachfrage nicht so deutlich gestiegen, wären Kontrollen einfacher, könnten jene, die betrügen, schneller entdeckt und härter bestraft werden. Das gilt für Unternehmen, die Reinigungs- mit Schädlingsbekämpfungsmitteln panschen, wie für Verkäufer, die mit dem Bio-Label für Eier werben, die unter schlimmsten Bedingungen der Massentierhaltung gelegt worden sind.

Das Ei ist zum globalen Produkt geworden, das quer über den Kontinent verkauft wird, mit einer Masse an Beteiligten, die alle Geld verdienen wollen und allumfassend kaum zu kontrollieren sind. Dazu ist die Lebensmittelaufsicht gar nicht in der Lage, es sei denn, man würde sie personell deutlich besser ausstatten.

Das aber wird nicht passieren, weil es viel Geld kostet. Und so wird auch die Diskussion um die Folgen dieses Skandals bald wieder verstummen. Bis wieder etwas aufgedeckt wird. Dann schreien wieder alle auf, reden vom Schutz des Verbrauchers und von wirksamer Kontrolle, und das Spiel beginnt von vorn. Traurige Wahrheit.

Quelle: RP
 
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