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Verdi-Aktion in Aschersleben: Flashmob hinterlässt Chaos im Supermarkt

zuletzt aktualisiert: 02.10.2009 - 10:58

Düsseldorf (RPO). Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat den Flashmob als Ausdrucksform des politischen Protests entdeckt. In einem Supermarkt in Aschersleben hinterließen rund 150 Aktivisten ein heilloses Chaos.

Zunächst erweckten die Demonstranten den Eindruck völlig normale Kunden zu sein. Etwa 150 Frauen und Männer betraten das Geschäft und begannen wahllos Waren in ihren Einkaufswagen zu stapeln. Anstatt mit den Wagen zur Kasse zu gehen und den Inhalt – wie bei Kunden üblich - in den Kofferraum zu verfrachten, ließen sie das Sammelsurium an Konsumartikeln im Wagen auf den Gängen und vor der Kasse zurück.

Einige der Protestierenden überreichten den verdutzten Kassiererinnen ein kleine Karte mit dem Aufdruck "Jetzt endlich: Faire Löhne", wie die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Die Angestellten des Supermarktes reagierten der Schilderung zufolge reichlich gestresst. "Damit haben wir wir bestimmt bis heute Abend zu tun", zitiert das Medium eine Kassiererin, als sie sich mit der Aufgabe konfrontiert sah, die Waren wieder zurück in die Regale zu sortieren.

Info

Was sind Flashmobs?

Laut Wikipedia bezeichnet der Begriff Flashmob (flash – Blitz; mob – von mobilis – beweglich) einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer üblicherweise persönlich nicht kennen.

Kunden sollen eher verhalten auf die moderne Protestform reagiert haben. Zwischenzeitlich sei es zwischen Aktivisten und Sicherheitspersonal sogar zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei habe Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Hintergrund der Aktion: ein koordinierter Protest von Verdi. Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte sich in den Verhandlungen über eine Gehaltserhöhung für die rund 250.000 Angestellten im Einzelhandel in Mitteldeutschland nicht durchsetzen können. "Mit der neuen Streikform wollen wir auf unsere Probleme aufmerksam machen, aber auch die Kolleginnen und Kollegen in anderen Verkaufseinrichtungen aufrütteln", zitiert die M.Z. die Gewerkschaftssekretärin Doris Finke.

Rechtlich bewegt sich Verdi mit der neuen Protestform auf einigermaßen sicheren Terrain. Das Bundesarbeitsgericht hat Flashmobs als gewerkschaftliches Kampfmittel kürzlich ausdrücklich anerkannt (Az: 1 AZR 972/08) >>>mehr.

Quelle: pst

 
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