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Lufthansa erhöht Treibstoffzuschläge: Fliegen wird teurer

zuletzt aktualisiert: 11.06.2008 - 13:23

Frankfurt/Main (RPO). Die drastisch gestiegenen und immer noch weiter steigenden Ölpreise führen dazu, dass Fluggäste für ihre Reisen immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Jetzt hat die Lufthansa angekündigt, die Treibstoffzuschläge weiter erhöhen zu wollen.

Lufthansa-Warnstreiks in Hamburg - Verdi spricht von 3500 Streikenden.  Foto: AP, AP
Lufthansa-Warnstreiks in Hamburg - Verdi spricht von 3500 Streikenden. Foto: AP, AP

Demnach steigt für Flugtickets, die ab 16. Juni 2008 ausgestellt werden, der Zuschlag für innerdeutsche und grenzüberschreitende Flüge in Europa um 3 Euro auf 24 Euro pro Strecke. Bei Langstrecken werden 10 Euro mehr auf 92 Euro fällig. Zuletzt hatte der deutsche Branchenprimus am 14. Mai die Zuschläge erhöht.

Auch Kunden anderer Airlines müssen mehr zahlen oder sich mit weniger Komfort abfinden. Eine Serie von Erhöhungen der Kerosinzuschläge mussten British Airways-Reisende hinnehmen. Air France, die unabhängig von ihrem niederländischen Partner KLM operiert, hatte die Ticketpreise jüngst zum 17. Mal angehoben. Seit dem ersten derartigen Schritt vor vier Jahren ist der Kerosinaufschlag auf 101 Euro für Langstreckenflüge gestiegen.

Zur Frage, ob weitere Maßnahmen geplant seien, lehnte ein Air-France Sprecher am Mittwoch einen Kommentar ab. Der jüngste Zuschlag von zehn Euro für Langstreckenflüge und vier Euro auf Mittelstreckenflüge werde halbiert, sollte sich der Ölpreis "unter 110 Dollar pro Barrel stabilisieren", sagte der Sprecher. Am Mittwoch lag der Preis allerdings bei mehr als 130 Dollar.

"Da kommt keiner dran vorbei"

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte zuletzt Mitte Mai die Zuschläge erhöht, bei Langstrecken sind es mittlerweile 85 Euro je Strecke und auf innerdeutschen Flügen sowie bei europäischen Städteverbindungen 22 Euro. Für Mittelstrecken stieg der Zuschlag auf 32 Euro und für Flüge beispielsweise auf die Kanaren auf 40 Euro.

Zudem hatte Airline-Chef Joachim Hunold jüngst ein Maßnahmenpaket angekündigt, zu dem Kapazitätsanpassungen und auch selektive Streichungen vor allem bei den Langstrecken gehören sollen. Ein Teil der gestiegenen Kosten müsse auf die Preise übertragen werden. "Da kommt keiner dran vorbei", sagte er. Ob dies auch eine weitere Erhöhung der Treibstoffzuschläge bedeuten könnte, wollte eine Sprecherin auf Anfrage nicht sagen. Sie verwies auf das geplante Maßnahmenpaket.

Airline-Verband erwartet Milliardenverlust in der Branche

Einen anderen Weg geht die Billigairline Ryanair. Firmenchef Michael O'Leary betont immer wieder, dass es bei ihm keine Treibstoffzuschläge geben werde. Kräftig gestiegen sind dafür aber die verschiedenen Zuschläge, die Ryanair unter anderem für das Einchecken, für den Gepäcktransport oder die Verwendung von Kreditkarten verlangt und die den Preis für einen laut Anzeige kostenlosen Flug leicht auf 50 Euro bis 75 Euro treiben.

In der Tat steht die Branche wegen der hohen Treibstoffkosten massiv unter Druck. So rechnet der Luftverkehrsverband IATA damit, dass die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) einfliegen werden. Ursprünglich hatte die IATA, die mehr als 240 Airlines vertritt, einen Gewinn von 4,5 Milliarden Dollar (2,85 Milliarden Euro) vorhergesagt.

Quelle: ap

 
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