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Betrugsunternehmen
Flowtex-Prozess: Verteidiger weisen Forderungen der Anklage zurück

Flowtex-Prozess: Verteidiger fordern Abweisung von Anklagepunkten
Die ehemalige Firmenzentrale von Flowtex in Ettlingen in Baden-Württemberg. FOTO: dpa
Frauenfeld. Im Schweizer Strafprozess um die mutmaßliche Veruntreuung von Millionenwerten des badischen Betrugsunternehmens Flowtex haben Verteidiger die Abweisung mehrerer Forderungen der Anklage verlangt.

So dürften Schadenersatzansprüche an die geschiedene Frau des einstigen Flowtex-Chefs Manfred Schmider in Höhe von insgesamt 21,5 Millionen Franken (19,8 Millionen Euro) nicht zugelassen werden, betonte deren Anwalt am Montag vor dem Bezirksgericht in Frauenfeld (Kanton Thurgau).

Zur Begründung hieß es, die gleichen Forderungen seien bereits 2012 in einem noch anhängigen zivilrechtlichen Verfahren vor einem Gericht im Kanton Zürich erhoben worden. Sie könnten nicht zugleich in einem Strafverfahren geltend gemacht werden.

In dem Prozess sind Schmider sowie seine Ex-Frau, sein Sohn und seine Tochter angeklagt. Sie müssen sich unter anderem wegen Geldwäsche und Veruntreuung verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, in Deutschland ergaunerte Vermögenswerte in mehrfacher Millionenhöhe in der Schweiz versteckt und später der Insolvenzmasse von Flowtex entzogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert Strafen zwischen dreieinhalb Jahren sowie fünf Jahren und fünf Monaten, hohe Geldbußen und den Einzug der Vermögenswerte.

Die von Schmider in Ettlingen bei Karlsruhe gegründete Firma Flowtex hatte mehr als 3000 Spezialbohrgeräte zur unterirdischen Rohrverlegung "verkauft", von denen die meisten nur auf dem Papier existierten. Der Schaden durch diese Luftgeschäfte belief sich auf 2,6 Milliarden Euro. Schmider - bekannt als "Big Manni" - saß in Deutschland sieben Jahre in Haft. 2007 kam er frei. Er lebt heute auf Mallorca. Seine Familie war 2002 in die Schweiz umgezogen.

(dpa)
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