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Trotz Umbrüchen nach Air-Berlin-Pleite
Flughäfen stellen sich auf Rekordjahr ein

Flughäfen stellen sich auf Rekordjahr ein
Eine Lufthansa-Maschine landet am Berliner Flughafen Tegel (Archivfoto). FOTO: dpa, ped gfh lim
Exklusiv | Berlin/Düsseldorf. Nie zuvor sind von deutschen Flughäfen so viele Passagiere abgeflogen wie in diesem Jahr. Das geht aus der noch unveröffentlichten Prognose des Flughafenverbandes ADV hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Demnach rechnen die Experten bis Silvester mit 235 Millionen Passagieren. 2016 waren es noch 224 Millionen. Von Jan Drebes und Reinhard Kowalewksy

Auch bei der Flugfracht zeichnet sich mit acht Prozent Wachstum ein Rekord ab: Erstmals könnten mehr als fünf Millionen Tonnen bewegt worden sein.

Dabei kämpft die Branche nicht erst seit der Pleite von Air Berlin mit Umbrüchen. Der Preisdruck und staatliche Auflagen machen den Airlines zu schaffen, die Flughäfen stehen in hartem Wettbewerb.

Angesichts dessen ist interessant, dass auch der Flughafen Düsseldorf für dieses Jahr einen Passagierrekord erwartet, obwohl die seit 15. August insolvente Air Berlin hier ja ihren Hauptstandort hatte. Insgesamt werden 2017 rund 24,5 Millionen Passagiere den Flughafen genutzt haben, teilte das Unternehmen mit. Das wären 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Easyjet bietet ab Januar sechs Flüge am Tag nach Berlin an

In 2018 rechnet Düsseldorf wieder mit mehr Zuwachs – auch weil Eurowings immer mehr frühere Air-Berlin-Maschinen in Betrieb nimmt und weil der britische Billigflieger Easyjet schon ab Januar sechs Flüge am Tag nach Berlin anbietet.

Damit steht Düsseldorf stellvertretend für die anderen deutschen Standorte. Die ADV-Prognose geht für 2018 von einem Wachstum der Passagiernachfrage von 4,2 Prozent und des Luftfrachtaufkommens von 5,1 Prozent aus. Das Wachstumstempo in den Flugbewegungen verstetige sich bei einem Prozent, hieß es. "Die Mehrheit der deutschen Flughäfen befindet sich auf Wachstumskurs", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Dies sei keine Selbstverständlichkeit.

"Weiterhin belastend wirken die Marktaustritte von wichtigen Playern im Luftverkehr und die hemmenden ordnungspolitischen Rahmenbedingungen." Das hohe Verkehrsaufkommen an deutschen Flughäfen erhalte seine Impulse aus der anhaltend hohen Nachfrage – insbesondere aus Europa und dem internationalen Langstreckenverkehr.

Stagnation im innerdeutschen Luftverkehr erwartet

So erwartet der Verband einen besonders starken Anstieg im Europa-Verkehr mit einem Plus von 5,5 Prozent auf dann über 150 Millionen Passagiere. Ein Anstieg von 4,6 Prozent wird für Flüge auf andere Kontinente veranschlagt, 2018 könnte damit das Volumen bei 43 Millionen Passagieren liegen.

Der rein innerdeutsche Luftverkehr hat hingegen nicht solch positive Aussichten, was die Passagierzahlen angeht. Hier gehen die Experten von einer Stagnation aus, ebenso bei der Zahl der Flugbewegungen an den deutschen Flughäfen. Neues Wachstum wird der Prognose zufolge etwa durch die positive Entwicklung der Weltwirtschaft und eine verbesserte Auslastung der Maschinen generiert.

 
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