Ticketsteuer vernichtet Jobs: Flughäfen verlieren 6000 Arbeitsplätze
zuletzt aktualisiert: 20.08.2011 - 09:22Düsseldorf (RP). Nach Berechnungen des Flughafenverbandes ADV kostet die neue Luftverkehrsabgabe 6000 Arbeitsplätze an den deutschen Flughäfen. "Wir reden von allein 6000 direkten Beschäftigungsverhältnissen, die uns durch die Luftverkehrssteuer entgehen", sagte am Freitag der Hauptgeschäftsführer des Flughafen-Dachverbandes ADV, Ralph Beisel, gegenüber unserer Redaktion.
Hinzu kämen weitere indirekt von Flughäfen abhängige Arbeitsplätze. "Dabei sprechen wir von weiteren Tausenden Arbeitsplätzen", sagte Beisel. Der ADV beruft sich auf eine Hochschul-Studie zum Thema sowie auf die aktuellen Halbjahreszahlen zu den Passagierentwicklungen an deutschen Verkehrsflughäfen, die seit Einführung der Ticketsteuer vor allem an grenznahen Flughäfen ein Ausweichen der Passagiere auf ausländische Airports nachgewiesen hat.
Am Donnerstag hatte Deutschlands zweitgrößte Fluglinie Air Berlin angekündigt, im laufenden Jahr 7500 und im kommenden Jahr weitere 16.000 Flüge zu streichen. Der scheidende Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hatte die Kürzungen vor allem mit der Ticketsteuer begründet. "Durch die Streckenstreichungen von Air Berlin können bis zu einer weiteren Million Passagiere am Jahresende fehlen. Dies schlägt voll auf das Wachstum und die Beschäftigung an den Flughafenstandorten durch", so Beisel.
Die Langzeiterfahrungen der Branche hätten gezeigt, dass eine Million Passagiere an einem Flughafen im Schnitt 1000 Arbeitsplätze sicherten. Die entfernungsabhängigen Aufschläge von acht, 25 und 45 Euro auf Flugtickets, von denen Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) sich eine Milliarde Euro an zusätzlichen Steuern verspricht, gerät zunehmend in die Kritik auch innerhalb der Koalition. Schäuble will erst am 30. Juni 2012 den Bundestag über die Folgen unterrichten. Seine Parteifreundin Mechthild Heil sagte: "Wenn dabei herauskommt, dass die Luftverkehrsabgabe wirtschaftlich mehr kostet, als sie einbringt, sollte sie abgeschafft werden."
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