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Problem mit Sicherheitskontrollen
Kölner Security hilft am Airport Düsseldorf

Flughafen Düsseldorf: Kölner Security hilft am Airport aus
Lange Schlangen bei der Sicherheitskontrolle am Düsseldorfer Flughafen (Archiv). FOTO: csh
Exklusiv | Düsseldorf/Köln. Erstmals haben am Mittwoch mindestens sechs Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Kötter vom Flughafen Köln/Bonn wegen der Warteschlangen in Düsseldorf ausgeholfen. Der Bundesinnenminister besuchte zudem die Bundespolizei am Flughafen. Von Christian Schwerdtfeger

Am Düsseldorfer Flughafen sollen wegen der anhaltenden Personalknappheit an den Gepäck- und Personenkontrollen und den damit verbundenen Warteschlangen nun Security-Kräfte vom Airport Köln/Bonn für Entlastung sorgen. In einem vertraulichen Brief der zuständigen Firma Kötter, der unserer Redaktion vorliegt, werden Sicherheitsleute in Köln gebeten, auf freiwilliger Basis ihre Kollegen in Düsseldorf zu unterstützen. Um der Bitte Nachdruck zu verleihen, heißt es in dem Schreiben allerdings auch, dass die arbeitsrechtlichen Bestimmungen dies ermöglichten. Die Mitarbeiter werden aufgefordert, sich spätestens bis zum 7. September für den Einsatz in Düsseldorf zu melden.

Schon am Mittwoch sollen mindestens sechs Kötter-Mitarbeiter aus Köln in Düsseldorf ausgeholfen haben. Diese sollen einer sogenannten "Springer-Truppe" angehören, die eigentlich am Airport Köln Löcher stopfen sollte. Dass sie nun in Düsseldorf aushelfen müssen, ruft in der Kölner Belegschaft offenbar Unmut hervor. Das bestätigte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die die Interessen der Sicherheitskräfte vertritt. "Die sind aus unserer Sicht nicht ganz freiwillig nach Düsseldorf gegangen, sondern wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Außerdem löst das nicht das Problem der Warteschlangen, sondern belastet stattdessen die Situation der Mitarbeiter am Airport Köln zusätzlich", sagte Gewerkschaftssekretär Özay Tarim.

Bundesinnenminister besucht Airport Düsseldorf

Am Düsseldorfer Flughafen gibt es seit rund zwei Monaten lange Warteschlangen an den Sicherheitsschleusen. Regelmäßig verpassen Fluggäste deshalb ihre Maschinen. Hauptgrund für die Misere sind massive Personalengpässe bei der Sicherheitsfirma Kötter, die im Auftrag der Bundespolizei die Personen- und Gepäckkontrollen betreut.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) besuchte am Mittwochnachmittag die Direktion der Bundespolizei am Düsseldorfer Flughafen. "Das war ein geplanter Routinebesuch und hatte keinen spezifischen Grund. Die Bundespolizisten vor Ort werden ihn vermutlich aber auch über mögliche aktuelle Probleme informiert haben", sagte ein Sprecher von de Maizière. Die Bundespolizei untersteht dem Bundesinnenministerium.

Ein Mitarbeiter des Flughafens erklärte, dass der Minister sich von der Bundespolizei habe alles zeigen lassen. "Schade nur, dass er nicht morgens da war. Dann hätte er die Warteschlangen gesehen. Außerdem hätte er schon viel früher kommen müssen", kritisierte Tarim.

Keine Erweiterungspläne für den Flughafen

Branchenkenner meinen, dass der Airport zu klein wäre für den Andrang an Passagieren. Am Flughafen selbst sieht man das anders. Erweiterungspläne der Terminals gebe es aktuell nicht. "Die bauliche Kapazität des Terminals ist ausreichend für das sich abzeichnende Passagierwachstum in den kommenden Jahren", erklärte Flughafensprecher Thomas Kötter. Man sehe bei der Infrastruktur keine Einschränkungen. Auch laut Avi Alliance, einem der zwei privaten Miteigentümer des Düsseldorfer Flughafens, stehe ein weiterer Flugsteig derzeit nicht zur Debatte.

Der Grund für die Warteschlangen sei laut Flughafen die personellen Unterdeckung des beauftragten Dienstleisters Kötter. "Hier erwarten wir eine Verbesserung der Situation."

 
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