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Madoff-Skandal: Fondsmanager nimmt sich das Leben

zuletzt aktualisiert: 24.12.2008 - 08:17

New York (RPO). Der Betrugsskandal um US-Investor Bernard Madoff hat tragische Folgen: Ein Fondsmanager hat sich nach einem Verlust von 1,4 Milliarden Dollar in seinem New Yorker Büro das Leben genommen.

Der Eingang zum New Yorker Büro von Rene-Thierry Magon de la Villehuchet.  Foto: AP, AP
Der Eingang zum New Yorker Büro von Rene-Thierry Magon de la Villehuchet. Foto: AP, AP

Der von Rene-Thierry Magon de la Villehuchet gegründete Investmentfonds "Access International Advisors" wurde vom Madoff-Skandal voll erfasst und machte einen Verlust in Milliardenhöhe. Dem 65-jährigen Fondsmanager drohten möglicherweise Klagen von Anlegern, die die Sorgfaltspflicht im Zusammenhang mit den Madoff-Investments infragestellten.

De la Villehuchet wurde am Dienstagmorgen an seinem Schreibtisch sitzend tot aufgefunden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Beide Handgelenke des Toten waren aufgeschnitten. Auf dem Boden lag ein Teppichmesser, und auf dem Schreibtisch befand sich eine Dose mit Schlaftabletten. Laut Polizeiangaben hatte de la Villehuchet Reinigungskräfte am Montagabend aufgefordert, die Büros auf der noblen Madison Avenue früher zu verlassen, da er noch spät arbeiten wollte.

Bernard Madoff. Foto: AP, AP

Der Fondsmanager entstammt einer traditionsreichen aristokratischen französischen Familie. Der Familienteil der Magon ist auch namentlich auf dem 1806 errichteten Arc de Triomphe in Paris erwähnt. De la Villehuchet war auch in Europas Oberschicht bestens vernetzt. Zu seinen Finanzvermittlern zählte beispielsweise Philippe Junot, ein französischer Geschäftmann und Exmann von Prinzessin Caroline von Monaco.

Wegen Verdachts auf massiven Betrug war der Investor Madoff in der vorvergangenen Woche festgenommen worden. Er soll Investoren, die ihr Geld bei ihm anlegten, hohe Renditen versprochen haben. Die Renditen wurden in einem Schneeballsystem mit Geldern neuer Anleger finanziert. Als Investoren im Zuge der Finanzkrise ihr Geld zurückhaben wollten, brach das System zusammen. US-Ermittler befürchten einen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar.

Quelle: AP

 
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