Mitten in der Krise: Ford investiert Millionen in Kölner Werk
zuletzt aktualisiert: 16.03.2009 - 13:49Köln (RPO). Mitten in der Krise will US-Autobauer Ford in die Zukunft seiner deutschen Werke investieren. Ein Personalabbau in der Bundesrepublik sei derzeit kein Thema, gab das Unternehmen am Montag bekannt. Für die Modernisierung des bedrohten Motorenwerks in Köln will Ford einen dreistelligen Millionenbetrag bereitstellen.
Ein Personalabbau in der Bundesrepublik sei zurzeit kein Thema, sagte Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes am Montag in Köln bei der Präsentation einer neuen mit dem Betriebsrat geschlossenen Investitions-Sicherungsvereinbarung.
Das von Schließung bedrohte Kölner Motorenwerk soll dem Verhandlungskompromiss zufolge künftig den neu entwickelten, verbrauchsarmen EcoBoost-Benzinmotor des Konzerns herstellen. Es werde damit das erste Werk sein, das den neuen Motor produziere, für den Ford eine beträchtlich Nachfrage erwarte, sagte Mattes. Für die notwendige Modernisierung der Fertigungsanlagen will Ford einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Nach Angaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung handelt es sich um 200 Millionen Euro.
Mit der Produktion von rund 350.000 Exemplaren des neuen Motors jährlich sei die Zukunft des Motorenwerks und seiner 770 Arbeitsplätze weitgehend gesichert, hieß es. Bisher wird in Köln noch ein V6-Motor für den US-Markt produziert. Doch ist die Nachfrage nach diesem Produkt in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen.
Schlechte Nachrichten für Valencia
Auch die Zukunft des Ford-Werkes in Saarlouis scheint gesichert. Zwar wird derzeit dort wegen der gesunkenen Nachfrage kurzgearbeitet. Unternehmen und Betriebsrat veständigten sich aber bereits darauf, das auch die nächste Generation des Ford Focus in allen Varianten in Saarlouis produziert werden soll. Damit sei die Beschäftigung der rund 6.500 Mitarbeiter gesichert, sagte der Ford-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Dieter Hinkelmann.
Unvermeidlich dürfte dagegen ein Arbeitsplatzabbau im spanischen Valencia sein. Dort will Ford angesichts der gesunkenen Nachfrage die Produktion bereits im Mai vom Drei-Schicht auf den Zwei-Schicht-Betrieb umstellen. Betroffen seien rund 1.000 der knapp 7.000 Arbeitplätze in dem spanischen Werk, hieß es in Unternehmenskreisen.
Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der Investitionssicherungsvereinbarung von 2006 für die Beschäftigten in Köln und Saarlouis bis Ende März 2011 ausgeschlossen. Ford hat allerdings nach eigenen Angaben an den beiden Standorten in den vergangenen Monaten rund 600 Zeitarbeiter freigesetzt.
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