Absatzprobleme in den USA: Ford senkt Gewinnprognose
zuletzt aktualisiert: 22.06.2005 - 09:37Dearborn (rpo). Wegen schlechter Aussichten für das Nordamerika-Geschäft und stetig steigender Kosten hat Ford seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr zurückgeschraubt. Ford folgt damit dem weltgrößten Autohersteller General Motors (GM), der bereits vor drei Monaten seine Gewinnprognose nach unten korrigiert hatte.
Den steigenden Kosten will Ford auch mit weiterem Personalabbau begegnen. Bis 1. Oktober sollen fünf Prozent der Arbeitsplätze von Festangestellten in Nordamerika gestrichen werden, hieß es. Im April hatte der Konzern schon den Abbau von rund 1.000 Stellen angekündigt. Geprüft würden auch Optionen zur Verringerung der Personalkosten außerhalb Nordamerikas. Die Straffung der Belegschaft werde des Ergebnis im zweiten Quartal um drei Cent je Aktie drücken, räumte Ford ein. Für das Gesamtjahr seien die finanziellen Auswirkungen noch nicht ermittelt.
Mitte März hatte GM wegen "unerwarteter Absatzschwäche in den USA", ungünstiger Preisentwicklungen und Produktumstellungen seine Gewinnprognose für 2005 nach unten korrigiert. Der weltgrößte Autohersteller rechnete nur noch mit einem Gewinn zwischen einem und zwei Dollar statt bisher vier bis fünf Dollar. Die ursprüngliche Planung, in Nordamerika im ersten Quartal 1,25 Millionen Autos zu bauen, wurde um 70 000 Fahrzeuge reduziert, wie GM-Chef Rick Wagoner mitteilte.
Nach Angaben von Anfang Juni will GM zusätzlich zur Sanierung des Europa-Geschäfts mit einem geplanten Abbau von rund 12 000 Stellen, darunter 6 000 bei der deutschen Tochter Opel, in den USA 25 000 Arbeitsplätze bis 2008 streichen und einzelne Fertigungsstätten schließen. GM verspricht sich von dem Stellenabbau Einsparungen von 2,5 Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro) pro Jahr.
Die Produktionskapazität werde bis Ende 2005 auf fünf Millionen Fahrzeuge reduziert, kündigte Wagoner an. 2002 waren es noch sechs Millionen. GM hatte für das erste Quartal einen Verlustzuwachs auf 1,1 Milliarden US-Dollar gemeldet. Im Europa-Geschäft wurden jedoch die Verluste von 116 Millionen auf 103 Millionen Dollar verringert.
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