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1,5 Millionen Arbeitslose nicht erfasst: Forscher: Arbeitslosenzahlen manipuliert

zuletzt aktualisiert: 27.05.2008 - 07:08

München (RPO). Seit Jahren sinkt in den offiziellen Statistiken die Zahl der Arbeitslosen. Nach Ansicht des Chefs am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine Folge künstlich geschönter Statistiken. 1,5 Millionen Menschen fallen demnach durchs Zahlenraster.

"Da wird in der Tat an der Statistik-Schraube gedreht", sagte Joachim Möller, Leiter des Instituts, der "Süddeutschen Zeitung". Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im April 3,4 Millionen Menschen arbeitslos. Weil das Schönen der Statistiken seit Jahrzehnten Tradition habe, fehlten aber gut 1,5 Millionen Menschen in der offiziellen Zahl.

Zähle man alles zusammen, "kommt man in Deutschland auf gut fünf Millionen Menschen, die gerne arbeiten würden", betonte Möller. Dazu gehörten allein 625 000 Menschen, die als stille Reserve bezeichnet werden. Sie melden sich wegen ihrer schlechten Vermittlungschancen gar nicht erst bei den Arbeitsagenturen. Hinzu kommen etwa eine Million Menschen, die nicht als arbeitslos gezählt werden, etwa, weil sie als Ein-Euro-Jobber arbeiten, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen stecken oder staatlich gefördert frühverrentet wurden.

Möller kritisierte, dass wechselnde Regierungen schon seit Jahrzehnten immer wieder an der Statistik gedreht hätten. Die große Koalition beispielsweise habe es versäumt, die Frühverrentungs-Regelungen konsequent abzuschaffen. Künftig fallen daher Langzeitarbeitslose über 58 Jahre aus der Arbeitslosenstatistik, wenn ihnen nicht innerhalb eines Jahres ein konkretes Jobangebot gemacht werden kann.

Quelle: afp

 
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