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Neue Krankenkassenbeiträge 2009: Fragen und Antworten zum Gesundheitsfonds

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 04.10.2008 - 15:33

(RP). Mit dem Start des nun endgültig verabschiedeten Gesundheitsfonds ab dem 1. Januar 2009 wird die Krankenversicherung für mehr als 90 Prozent der Mitglieder teurer. Wer sparen will, muss künftig die Leistungen der Kassen vergleichen. Wissenswertes zur Reform.

Die wichtigsten Fragen:

Warum wird der Fonds eingeführt?

Die Grundidee der großen Koalition war, das Geld gerechter unter den Kassen zu verteilen. Der Fonds ist ein Kompromiss aus dem Unions-Modell (Prämie) und dem SPD-Modell (Bürgerversicherung).

Was passiert 2009?

Alle Krankenkassenbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern fließen in einen zentralen Gesundheitsfonds, den das Bundesversicherungsamt im Auftrag der Bundesregierung verwaltet. Er funktioniert wie ein gemeinsames Konto aller Krankenkassen. Die Regierung setzt den einheitlichen Beitragssatz fest.

Wie hoch wird der Beitragssatz sein?

Vermutlich wird das Kabinett die Höhe auf 15,5 Prozent festlegen. Heute liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 14,9 Prozent.

Wie viel Geld fließt in den Fonds?

Die rund 50 Millionen Beitragszahler in Deutschland zahlen 160 Milliarden Euro ein.

Welche Versicherten sind besonders betroffen?

Junge und Gesunde. Sie haben meist eine besonders günstige Krankenkasse, etwa eine BKK oder Direktkasse gewählt. Sie müssen nach Berechnungen des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) bis zu 712 Euro pro Jahr mehr bezahlen.

Wie wird das Geld verteilt?

Für jedes Mitglied erhalten die Kassen aus dem Fonds einen Grundbetrag, der nach Alter und Geschlecht der Mitglieder variiert. Außerdem gibt es Zuschläge, die sich nach der Häufigkeit der Erkrankungen (Morbidität) der Mitglieder richten. 80 Krankheiten werden in dem sogenannten morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) abgedeckt, dazu gehören etwa Aids/HIV, multiple Sklerose, Demenz, Osteoporose, Diabetes oder Mukoviszidose.

Wer erhebt den Zusatzbeitrag?

Eine Kasse, die mit dem Geld aus dem Fonds nicht auskommt, muss einen Zusatzbeitrag erheben, der pauschal bis zu acht Euro pro Monat oder bis zu einem Prozent des Bruttoeinkommens betragen kann.

Gibt es einen Bonus?

Theoretisch ja. Wenn die Krankenkassen Geld übrig haben, können sie ihren Versicherten Boni gewähren. Wer die aktuellen Äußerungen der Kassen-Chefs bewertet, kann das aber kaum glauben.

Wann kann ich meine Kasse wechseln?

Wenn die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt, gilt ein Sonderkündigungsrecht.

Wie kann ich sparen?

Da der Beitragssatz als Vergleichsmaßstab ausfällt, müssen die Versicherten die Leistungen der Kassen, etwa freiwillige Angebote, untersuchen. Chronisch Kranke beispielsweise sollten sich gezielt nach Kassen umschauen, die spezielle Programme anbieten.

Wer profitiert?

Zum Beispiel die Ärzte. Jeder der 149 000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten erhält 2009 durchschnittlich 18 000 Euro mehr.

Was ist mit den privaten Krankenkassen?

Die Union hat in den Verhandlungen durchgesetzt, dass die privaten Kassen nicht in den Fonds einbezogen werden.

Wie lange hält die Reform? Vielleicht ein Jahr. Experten gehen davon aus, dass das System nach der Bundestagswahl 2009 je nach politischer Mehrheitskonstellation umgebaut wird. Der Beitragssatz von 15,5 Prozent ist 2010 ohnehin nicht mehr zu halten, sagen sie.

Quelle: RP

 
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