Die Drogeriemarktkette Schlecker hat am 23. Januar 2012 beim Amtsgericht Ulm Insolvenz angemeldet. Rund 30.000 Mitarbeiter in Deutschland bangen um ihre Arbeitsplätze. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Insolvenz.
Warum muss Schlecker Insolvenz anmelden?
Grund für die Zahlungsunfähigkeit ist Schlecker zufolge eine geplatzte Zwischenfinanzierung für die seit Mitte 2010 laufende Sanierung. Nach Berichten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und des "Spiegel" wurde die Insolvenz dadurch ausgelöst, dass der Einkaufsverbund Markant einen zweistelligen Millionenbetrag für gelieferte Waren forderte, den Schlecker nicht mehr zahlen konnte. Firmengründer und Eigentümer Anton Schlecker wird in den einschlägigen Listen als Milliardär geführt, seine Familie hat aber in den vergangenen Jahren erhebliche Beträge in das seit 2008 defizitäre Unternehmen eingeschossen. Schlecker hatte kaum Kreditverbindungen zu Großbanken. Discount-Ketten profitieren davon, dass immer viel Geld in die Kasse kommt, die eingekaufte Ware aber nur mit Verzögerung bezahlt werden muss. Doch vor allem die kleinen Läden blieben zuletzt häufig leer. Laut "Manager Magazin" kommt ein Schlecker-Markt im Schnitt auf 46.000 Euro Monatsumsatz, bei Rossmann und dm ist es ein Vielfaches. 2010 ging der Schlecker-Umsatz um zehn Prozent auf 6,55 Milliarden Euro zurück.
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