Steuerhinterziehung in Liechtenstein?: Französische Justiz ermittelt gegen Adidas
zuletzt aktualisiert: 01.04.2009 - 14:26Paris (RPO). Die französische Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch Ermittlungen gegen Adidas, Michelin und Total aufgenommen. Die drei Unternehmen stehen in Verdacht, über Stiftungen oder Fonds Steuern in Liechtenstein hinterzogen zu haben.
Am Dienstag hatte Haushaltsminister Eric Woerth bereits bekanntgegeben, die Justiz mit der Prüfung der Fälle beauftragt zu haben. Die Unternehmen hatten die Anschuldigungen am Dienstag zurückgewiesen.
Das Haushaltsministerium hat "ungewöhnliche Bewegungen" auf Konten bei der Liechtensteiner Bank LGT identifiziert, die den drei Unternehmen zugeschrieben werden könnten. Im Fall von Adidas Frankreich und Michelin reichten die verdächtigen Transaktionen bis zum Jahr 2001 zurück, verlautete aus Justizkreise. Sechs Stiftungen könnten in Verbindung zu einem Mitglied der Adidas-Gründerfamilie stehen, hieß es.
Die Ermittlungen gehen zurück auf eine CD-Rom, die der Bundesnachrichtendienst im Februar von einem ehemaligen Mitarbeiter der Liechtensteiner Bank LGT gekauft hatte. Auf dem Datenträger sind die Namen von 1.400 mutmaßlichen Steuerbetrügern, darunter der des inzwischen verurteilten früheren Post-Chefs Klaus Zumwinkel. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt deswegen bereits in mehr als 700 Fällen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
