Landesbank: Friedrich Merz verkauft die WestLB
zuletzt aktualisiert: 17.06.2010 - 16:42Berlin/Düsseldorf (RPO). Der Anwalt und CDU-Finanzexperte Friedrich Merz soll im Auftrag des Bundes den Verkauf der nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB regeln. Merz "bringe viel Erfahrung und wirtschaftlichen Sachverstand" mit, begründete der Bankenrettungsfonds SoFFin am Donnerstag in Frankfurt am Main die Berufung.
Die Privatisierung der WestLB war von der EU-Kommission verlangt worden und muss bis zum 30. September eingeleitet sein. Mit Merz übernehme die Aufgabe des Treuhänders jemand, der "hervorragend geeignet ist, den Interessen aller Beteiligten, einschließlich den Beschäftigten der Bank, Rechnung zu tragen", teilte der SoFFin mit. Merz sei als ehemaliger Abgeordneter des Europäischen Parlaments und früherer Bundespolitiker "politisch gleichermaßen in Brüssel wie in Berlin verankert".
Die WestLB galt schon vor der internationalen Finanz- und Bankenkrise als angeschlagen. Durch die Krise geriet die Landesbank in weitere Schwierigkeiten. Merz' Anwaltskanzlei Mayer Brown hatte zur Rettung des Instituts dann die Auslagerung giftiger Anlagepapiere der WestLB in eine sogenannte Bad Bank gemanagt, also einer Sammelstelle für problematische Wertpapiere.
Inzwischen sei die restrukturierte WestLB wieder "eine Bank mit einem klar definierten Geschäftsmodell, das sich auf die Bereiche Kapitalmarktgeschäft, strukturierte Finanzierungen, Verbundgeschäft und Transaktionsgeschäfte konzentriert", erklärte der SoFFin am Donnerstag.
Merz hatte sich nach der Bundestagswahl im September aus der Politik zurückgezogen. Er war bis 2002 Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag, bis 2009 hatte er ein Mandat als Abgeordneter. Der frühere CDU-Spitzenpolitiker und Wirtschaftsexperte arbeitet inzwischen als Anwalt und wurde zu Jahresbeginn in den Verwaltungsrat der Privatbank HSBC Trinkaus berufen.
Im Frühjahr veröffentlichte Merz gemeinsam mit dem ehemaligen SPD-Vizechef und Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement ein Buch mit dem Titel "Was jetzt zu tun ist. Deutschland 2.0". Darin beleuchten die beiden früheren politischen Rivalen die Folgen der Wirtschaftskrise auf die Staatsschulden, den Arbeitsmarkt, die Sozialsysteme und die öffentlichen Haushalte.
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