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Deutsche Börse in Frankfurt: Fusion mit Euronext geplatzt

zuletzt aktualisiert: 15.11.2006 - 09:36

London (RPO). Der geplante Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der Vier-Länder-Börse Euronext ist geplatzt. Die Deutsche Börse teilte mit, sie beende die Gespräche und stoppe auch alle Vorbereitungen zur Fusion. Derweil wollen sieben große Banken den etablierten Börsenplätzen mit einer eigenen Aktienhandelsplattform Konkurrenz machen. 

Ein von beiden Seiten gewünschter Zusammenschluss sei nicht erreichbar, sagte ein Sprecher der Frankfurter Börse zur geplatzten Fusion. Zudem bringe ein Zusammenschluss angesichts der Kursentwicklung keinen zusätzlichen Wert für die Aktionäre der Deutsche Börse.

Die Deutsche Börse betonte, dass das Management von Euronext trotz der breiten europäischen Unterstützung die Gespräche mit der Deutschen Börse nicht wieder aufgenommen habe. Eine Fusion könne aber nur erfolgreich sein, wenn beide Seiten zusammenarbeiten wollen. Darüber hinaus würde "die jüngste Kursentwicklung die Aktionäre der Deutschen Börse in geringerem Umfang an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligen, als es dem Ergebnisbeitrag der beiden Unternehmen entspricht", führte die Börse als weiteren Punkt an. Die Deutsche Börse sieht sich auch ohne die Fusion mit Euronext gut aufgestellt.

Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) bedauerte die Entwicklung. Allerdings wäre im konkreten Fall der Preis "viel zu hoch gewesen" und hätte sowohl die Börse als auch den Finanzplatz Deutschland geschädigt. Rhiel machte für das Scheitern die starre Haltung der Euronext verantwortlich.

Banken gründen eigene Börse

Mit einer eigenen europaweiten Handelsplattform wollen sieben Investmentbanken die etablierten Börsenplätze des Kontinents angreifen. Das teilten Deutsche Bank, Citigroup, Credit Suisse, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley und UBS am Mittwoch in London mit. Mit der Initiative sollen die Kosten für Börsengeschäfte gesenkt und das Handelstempo erhöht werden. Der Vorstoß ist ein direkter Angriff auf die alteingesessenen europäischen Betreiber, die bisher die Geschäfte an den Börsen steuern.

Die Banken-Plattform trifft die europäischen Börsen in einer Zeit, in der sie selbst durch Zusammenschlüsse schlagkräftiger zu werden versuchen. Die Vierländerbörse Euronext, die die Handelsplätze in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon betreibt, strebt ein Zusammengehen mit der New York Stock Exchange (NYSE) an. Die London Stock Exchange wiederum ist eine Partnerschaft mit der US-Technologiebörse Nasdaq eingegangen, die nun 25 Prozent an dem britischen Handelsplatz hält. Außen vor bleibt die Deutsche Börse, die das Ziel eines Zusammenschlusses mit der Vierländerbörse aufgab.

Quelle: gms

 
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