Umsatz- und Gewinnrückgang: Gasgeschäft verhagelt Eon die Bilanz
zuletzt aktualisiert: 10.03.2010 - 16:00Düsseldorf (RPO). Der größte deutschen Energiekonzern Eon hat im Krisenjahr 2009 einen Gewinnrückgang verzeichnet. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte, fiel der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent auf knapp 82 Milliarden Euro.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 2,3 Prozent auf 9,65 Milliarden Euro gefallen und der bereinigte Konzernüberschuss habe sich um 4,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro verringert. Die Dividende soll jedoch wie im Vorjahr 1,50 Euro je Aktie betragen.
Der Umsatzrückgang war den Angaben zufolge wesentlich bedingt durch gesunkene Preise im Gashandelsgeschäft und den rückläufigen Gasabsatz, Währungsumrechnungseffekten sowie geringere Erzeugungsmengen aus Kern- und Wasserkraftwerken bei Eon Nordic.
Im laufenden Jahr will Eon sein Ergebnis stabil halten. Aufgrund der Wirtschaftskrise sei die Prognose für 2010 von ähnlichen Unsicherheiten geprägt wie bereits die Prognose für das Vorjahr. Auch für den bereinigten Konzernüberschuss erwartet der Konzern einen Wert auf Vorjahresniveau.
Zur rund die Hälfte des bereinigten Ebit im Jahr 2009 habe die Stromerzeugung in Mitteleuropa beigetragen, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Sparte Central Europe habe ihr Ergebnis um knapp 100 Millionen Euro auf 4,8 Milliarden Euro gesteigert. Die Gassparte habe dagegen einen Gewinnrückgang um 33 Prozent verzeichnet. Als Gründe nannte das Unternehmen den Absatzrückgang und geringere Margen im Handelsgeschäft. Auch in Großbritannien verdiente Eon 2009 rund 30 Prozent weniger, was der Konzern auf Preiseffekte zurückführte. In den USA sei das Geschäft nur etwas schlechter als 2008 gelaufen, hieß es weiter.
Der Energiekonzern Eon in sechs Daten
- Die Eon AG ist die Holding des größten nichtstaatlichen Energiekonzerns der Welt mit über 90 000 Mitarbeitern in rund 30 Ländern.
- Hauptgeschäftsfelder des Dax-Unternehmens: der europäische Gas- und Elektrizitätsmarkt von der Förderung und Erzeugung über Handel bis hin zum Vertrieb an Endverbraucher.
- Regionale Schwerpunkte: Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Osteuropa.
- Eon produziert Strom in Atom-, Braun- und Steinkohle-, Gas- und Öl-Kraftwerken sowie durch Pumpspeicher, Biomasse, Solar- und Windenergie.
- Eon entstand 1999 aus der Fusion der Konzerne Veba und Viag. Die Tochter Eon Energie AG entstand aus der Preussen Elektra und der Bayernwerk. 2003 erfolgte die Übernahme der Essener Ruhrgas AG.
- Vorstandsvorsitzender ist Wulf Bernotat.
Zur weiteren Entwicklung des Konzerns machte der noch amtierende Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat auf der Bilanzpressekonferenz keine Angaben. Aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich weiterer Auswirkungen der Finanzkrise sei die Entwicklung im kommenden Jahr Jahr nicht zu prognostizieren. Doch für den Sommer dieses Jahres kündigte Bernotat an, dass sein designierter Nachfolger Johannes Teyssen einen Ausblick auf die Zukunft geben werde. Teyssen werde dann seine der Vorstellungen der strategischen Weiterentwicklung präsentieren und neue Ziele für die Zeit nach 2010 setzen.
Bernotat geht
Bernotat wird sein Amt mit Ablauf seines Vertrages Ende April an Teyssen übergeben. Er steht seit Mai 2003 an der Spitze des Unternehmens. Teyssen, der seit 2004 im Vorstand von E.ON sitzt und momentan für das operative Geschäft zuständig ist, wurde im August zum Nachfolger von Bernotat bestimmt.
Mit den Ergebnissen lag Eon unter den Erwartungen von Analysten. Diese hatten geringere Rückgänge prognostiziert. Trotz der von den Beobachtern als "enttäuschend" bezeichneten Zahlen stiegen die Eon-Aktien um 0,9 Prozent auf 27,13 Euro und schlugen sich damit besser als der Dax.
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