Ostseepipeline: Gazprom will angeblich Gift ins Meer spülen
zuletzt aktualisiert: 23.02.2008 - 14:38Hamburg (RPO). Gazprom-Pläne in Zusammenhang mit der deutsch-russischen Ostseepipeline könnten schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben. Bevor die Pipeline im Jahr 2011 in Betrieb genommen wird, überlegt Gazprom einem Medienbericht zufolge die Pipeline mit einer giftigen Chemikalie zu spülen. Die Abwasser sollen danach in die Ostsee gepumpt werden.
Dies berichtet des Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Samtag vorab. Das vom russischen Energiekonzern Gazprom geführte Nord-Stream-Konsortium erwäge, die Pipeline vor ihrer Inbetriebnahme mit 2,3 Milliarden Liter einer Lösung aus giftigem Glutaraldehyd zu spülen, berichtete das Magazin am Samstag vorab. Das Abwasser solle anschließend in die Ostsee gepumpt werden.
Solche Pläne seien den deutschen Behörden grundsätzlich bekannt, zitiert der "Spiegel" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl.
Glutaraldehyd werde als Bakterien-Killer verwendet und habe insbesondere auf Wasserorganismen eine stark giftige Wirkung, hieß es in dem Bericht weiter. Nord-Stream wolle die Chemikalie verwenden, um die Pipeline-Innenseiten zu säubern.
Die Einleitung von Glutaraldehyd werde dann in ein ohnehin schon besonders empfindliches und gefährdetes Ökosystem erfolgen. Allerdings prüfe Nord-Stream auch Alternativen zur Giftlauge. Im Aufsichtsgremium des Konsortiums sitzt neben Vertretern des Energiekonzerns Eon und des Chemieriesen BASF auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder.
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